Ärzteschaft

Ärzteschaft und Krankenhausträger wollen Coronaimpfzahlen steigern

  • Freitag, 19. November 2021
/myboys.me, stock.adobe.com
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Berlin – Ärzteschaft und Krankenhausträger appellierten heute an Bund und Länder, geeignete Rahmen­bedingungen für eine sichere, unbürokratische und barrierearme Coronaimpfkampagne in Deutschland zu schaffen. Angesichts der bereits jetzt prekären Lage der medizinischen Versorgung in den Kranken­häusern müssten dringend sowohl noch Ungeimpfte überzeugt, als auch die Anzahl der Auffrischimp­fungen gesteigert werden, betonte Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK).

In einer gemeinsamen Pressekonferenz verwiesen die BÄK, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Marburger Bund, der Deutsche Hausärzteverband, der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) auf die stark wachsende Zahl schwerkranker COVID-19-Patienten.

In den Krankenäusern herrsche teils schon eine „dramatische Lage“, so Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG. Das „zentrale Problem“ stelle die hohe Anzahl von ungeimpften COVID-Erkrankten dar – aller­dings seien zunehmend auf zweifach Geimpfte betroffen, bei denen die Zweitimpfung vor einem länge­ren Zeitraum erfolgt sei. Deshalb müsse die Impfkampagne ausgebaut werden.

Die Krankenhäuser seien bereit, sich – soweit dies regional und standortbezogen möglich ist – mit ihren Ressourcen an der Durchführung der Coronaimpfungen zu beteiligen, so Gaß. Wenn die regional zustän­digen Landes- und Kommunalbehörden die Unterstützung der Kliniken benötigen, würden die Kranken­häuser im Rahmen ihrer Möglichkeiten und der vorrangig zu leistenden Patientenversorgung diese Un­ter­stützung leisten. Unbedingte Voraussetzung dafür sei aber aus Sicht der DKG, dass die anfragenden Behörden den gesamten administrativen Prozess (Terminvergabe, Anmeldung und Dokumentation) ihrer­seits sicherstellten.

Dem stimmte Josef Düllings, Präsident des VKD, zu. Die Krankenhäuser könnten bei der Durchführung von Coronaimpfungen unterstützen, nötig sei aber auch eine Optimierung der staatlichen Impfaufklä­rung. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, plädierte dafür, personelle Kapazitäten im Medizi­ni­schen Dienst der Krankenversicherung zu nutzen, um den Impfprozess an den Krankenhäusern zu un­ter­stützen. Dies könne die bestehenden Belastungen abfedern.

Die Bedeutung einer besseren Impfaufklärung unterstrich auch Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes. Insbesondere dürfe in der Diskussion um die Angebote zu den Auffrisch­impfungen nicht aus dem Fokus geraten, dass man die noch ungeimpften Bevölkerungsgruppen errei­chen müsse, so Weigeldt und SpiFa-Vorstandsvorsitzender Dirk Heinrich.

Ärzteschaft und Krankenhausträger sprachen sich in diesem Zusammenhang für eine breit angelegte Informationskampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sowie der Kranken­kassen zu der Notwendigkeit von Impfungen, zu den Wirkweisen der zugelassenen Impfstoffe und zu bestehenden Impfangeboten aus.

Grundsätzlich, so bekräftigten die Akteure gemeinsam, müssten nun alle Kräfte für eine möglichst schnel­le Realisierung von mehr Impfungen in Praxen, in Kliniken, in Impfzentren und durch Betriebsärzte oder mobile Impfteams mobilisiert werden.

Man sei überzeugt, dass trotz der enorm angespannten Versorgungslage in einer gemeinsamen Kraft­anstrengung jetzt noch vieles erreicht werden kann, was zum Schutz der Bevölkerung sowie zur Verhin­derung einer Überlastung der Intensivstationen dringend notwendig ist.

aha

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