Ärzteverbände fordern Ende der Budgetierung in der ambulanten Medizin
Berlin – Die Allianz Deutscher Ärzteverbände hat auf die besondere Bedeutung der ambulanten Medizin hingewiesen und eine angemessene Vergütung der erbrachten Leistungen gefordert. „Die zukünftige Gesundheitsversorgung der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland wird ganz überwiegend in ambulanten Versorgungsstrukturen erfolgen und auch von der Bevölkerung so gewünscht“, hieß es aus der Allianz, zu der unter anderem der Berufsverband Deutscher Internisten, der Hartmannbund, der NAV-Virchow-Bund, der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands, die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände und Medi Geno Deutschland gehören.
„Die bisherige Ausrichtung der ambulanten Vergütungssystematik mit einem seit Jahren gedeckelten Budget, das den niedergelassenen Haus- und Fachärzten feste Preise für erbrachte Versorgungsleistungen vorenthält, ist anzupassen“, fordert die Allianz. Die Verbände warnen, das ärztliche Berufsbild werde nur dann attraktiv bleiben, wenn Leistungen mit einer angemessenen Honorierung einhergingen.
Eine sinnvolle Möglichkeit sehen die Verbände in einem „konstruktiven Miteinander zwischen dem Kollektivvertrag auf der einen Seite und dem Selektivvertrag auf der anderen Seite“. „Der Versorgungssektor der Selektivverträge ist daher als tragende Säule der Gesundheitsversorgung nachhaltig neben dem Kollektivvertrag zu stärken und auszubauen“, so ihre Forderung.
Berufsgruppen und Verbände haben in der Vergangenheit immer wieder eine freiere Vergütung der ambulanten Leistungen gefordert. „Die derzeitige Form der Budgetierung bildet weder das Inanspruchnahmeverhalten der Patienten noch die Entwicklung des Versorgungsangebots ab“, hieß es etwa im vergangenen Herbst aus dem NAV-Virchowbund. Das Diktat der Beitragssatzstabilität dürfe nicht zur systematischen Unterfinanzierung einer gesamten Berufsgruppe führen, kritisierte der Verband.
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