Ärzteschaft

Ärztliche Weiterbildung: Chirurgen schlagen Alarm

  • Freitag, 21. April 2023
/Gennadiy Poznyakov, stock.adobe.com
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Berlin – Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) hat vor einer Gefährdung der Qualität der chirurgi­schen Weiterbildung durch die Krankenhausreform gewarnt. Eine kompetenzbasierte Weiterbildung müsse an den Kliniken trotz der Steigerung ambulanter Eingriffe im sektorenübergreifenden Konzept auch in Zukunft zwingend gewährleistet sein, hieß es heute.

Laut BDC erweist sich bereits die Umsetzung der aktuellen Weiterbil­dungsordnung für das Gebiet Chirurgie in der Praxis als schwierig. Als Gründe nennt der Verband unter ande­rem den ökonomischen Druck in den Kliniken, die steigende Arbeitsverdichtung sowie die zuneh­men­de Ambu­lantisierung.

Die nun vorgesehenen Reformpläne für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung stellten weitere große Herausforderungen im Vergleich zur bisherigen chirurgischen Weiterbildung dar. Wir befürchten, „dass eine mögliche Abnahme der Krankenhausstandorte zu einem Engpass an Weiterbildungs­plätzen führt, besonders in den grundversorgenden Fächern“, erklärte BDC-Präsident Hans-Joachim Meyer.

Da bei vorgesehener Zentralisierung zukünftig nicht jedes Krankenhaus alles anbieten könne, werde das Wei­terbildungsspektrum der jeweiligen Kliniken eingeschränkt. „Dieses Szenario könnte gegebenenfalls auch dazu führen, dass immer weniger Fachärzte ausgebildet werden können“, betonte Meyer. Als Lösungsansatz schlägt der BDC deshalb eine Vernetzung der Kliniken mit der Bildung von Weiterbildungsverbünden vor – und zwar als standort- und trägerübergreifende Kooperation.

Bezüglich der Ambulantisierung seien zudem weitere gemeinsam ausgeübte Verbundweiterbildungen, etwa zwischen einem medizinischen Versorgungszentrum und Kliniken, notwendig.

„Zur Realisierung dieser Konzepte bedarf es aber weiterer, vor allem rechtssicherer Klärung bezüglich der Gestaltung der Arbeitsverträge bei trägerübergreifenden Verbünden und planmäßigen Rotationen in alle Weiterbildungsabschnitte“, so Meyer.

Letztlich stelle sich auch in der Chirurgie inzwischen die Frage zur Erweiterung des klinischen Stellenplans oder der Vergütung einer Weiterbildung.

hil/sb

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