Aesculap: Preisdruck schmälert Wachstum
Tuttlingen – Unter anderem der Preisdruck im Gesundheitswesen macht dem Medizingerätehersteller Aesculap weiter zu schaffen. Dieser sei vor allem bei Implantaten und Stents spürbar, sagte Vorstandschef Hanns-Peter Knaebel heute in Tuttlingen. Zudem seien in vielen Märkten – etwa im Mittleren Osten und Afrika – die Investitionen schwächer ausgefallen als erwartet. Wachstumsmärkte seien dagegen die USA, China, Japan und Deutschland gewesen. Insgesamt erwirtschaftete Aesculap 2016 einen Umsatz von rund 1,73 Milliarden Euro – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 3,7 Prozent. Zuvor hatte das Umsatzplus bei elf Prozent gelegen.
Für Aesculap macht das Geschäft im Ausland einen großen Teil des Umsatzes aus. Etwa ein Fünftel der Erlöse erwirtschafte das Unternehmen in Deutschland, sagte Knaebel. Auf das restliche Europa entfielen 35 Prozent, die USA und Asien machten jeweils rund 20 Prozent aus. Im vergangenen Jahr habe es einige Unsicherheiten gegeben, beispielsweise durch den Brexit oder Entwicklungen in Russland oder im Mittleren Osten, sagte er.
Im Inland wiederum erschwerten neben dem Preisdruck auch schärfer werdende Regeln bei der Registrierung und Zulassung von Medizinprodukten das Geschäft, wie es bei Aesculap hieß. Für 2017 rechnet das zur B. Braun Melsungen AG gehörende Unternehmen – das in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag feiert – mit einem Wachstum der Erlöse um rund fünf Prozent. Der Spezialist für Operationstechnik und Gesundheitsgüter beschäftigt weltweit rund 11.750 Mitarbeiter, davon 3.590 in Tuttlingen.
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