Ausland

Afghanistan und Pakistan starten neue Polio-Impfkampagne

  • Dienstag, 14. April 2026
/picture alliance, AA, Muhammad Reza
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Islamabad/Kabul – Pakistan und Afghanistan starten eine neue Polio-Impfkampagne. Dabei sollen insgesamt über 57 Millionen Kinder erreicht werden, wie aus Mitteilungen der Gesundheitsbeauftragten der beiden Länder hervorgeht. Die Nachbarländer Pakistan und Afghanistan sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die einzigen Länder, in denen der wilde Polio Typ-1 derzeit weiterhin zirkuliert. 

In Deutschland waren im November 2025 erstmals seit vielen Jahren wieder Polio-Wildviren in einer Abwasserprobe nachgewiesen worden. Der gefundene Erreger zeigte dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge eine starke genetische Ähnlichkeit mit einer in Afghanistan kursierenden Variante. 

Der Erreger ist hochansteckend und wird über Schmierinfektionen, verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen. Eine von 200 Infektionen führt dem RKI zufolge bei fehlendem Immunschutz zu irreversiblen Lähmungen. Eine Heilung von Polio ist nach wie vor nicht möglich. 

Der afghanische Gesundheitsminister Maulawi Noor Dschalal Dschalali sagte jetzt zur laufenden Kampagne: „Wichtig ist, dass alle einflussreichen Persönlichkeiten der Gemeinden, Religionsgelehrte, Gemeindevorsteher und Eltern die Polio-Impfteams im ganzen Land unterstützen.“ 

Denn in beiden Ländern stoßen Impfkampagnen immer wieder auf Widerstand. Es kursieren Verschwörungstheorien – wie etwa, dass Impfteams als Spione tätig seien.

Die pakistanische Tageszeitung Dawn meldete nach Beginn der neuerlichen Kampagne einen getöteten Polizisten und vier Verletzte nach einem Angriff auf ein Impfteam in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa.

Beide Länder kämpfen seit Ende Februar auch wieder miteinander. Trotz erster Gespräche gab es zuletzt weiterhin Berichte über Gefechte im Grenzgebiet. Die jetzige Impfaktion wurde auch nicht offiziell als gemeinsame Kampagne bezeichnet. In der pakistanischen Stellungnahme hieß es jedoch: „Die Kampagne wird in Abstimmung mit Afghanistan durchgeführt, um gemeinsam die Ausbreitung des Virus über die Grenze hinweg zu verhindern.“

dpa

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