Politik

Aids-Archiv an Humboldt-Universität jetzt zugänglich

  • Freitag, 30. Oktober 2026
/picture alliance, Aijaz Rahi
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Berlin – Mehrere tausend Einzeldokumente zur Geschichte der AIDS-Pandemie finden sich ab sofort in einem Aids-Archiv, das als Bestand des „Haeberle-Hirschfeld-Archivs für Sexualwissenschaft“ zu den Sammlungen der Humboldt-Universität zu Berlin gehört. Dazu zählen Arztbriefe, Befunde und private Korrespondenzen ebenso wie Ton- und Bildaufnahmen.

Die in 40 Kartons aufbewahrten 17 Vor- und Nachlässe von Betroffenen und Angehörigen dokumentierten individuellen und private Geschichten, sagte die Leiterin der historischen Sammlungen der Humboldt-Universität, Yong-Mi Rauch, am gestrigen Abend bei einer Podiumsdiskussion. „Die Zeitzeugnisse gehen nun in die Ewigkeit des Archivs ein.“

Die nach Angaben der Universität „bis zur Jahrtausendwende andauernde Aidskrise in Deutschland“ sei längst in die Phase der Historisierung eingetreten. Seit 2012 hätten Aktivisten gemeinsam mit Journalisten und Wissenschaftlern begonnen, Dokumente zur Geschichte von HIV und Aids in Deutschland für die Forschung zu sichern.

Im Jahr 2014 konnte die Forschungsstelle Kulturgeschichte der Sexualität an der Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit der Universitätsbibliothek ein bis dahin einmaliges Modellprojekt zur Aids-Geschichte starten. Zu diesem Zweck wurde das Haeberle-Hirschfeld-Archiv, das auf dem Nachlass des Sexualwissenschaftlers Erwin J. Haeberle beruht, um Quellen zur Geschichte von HIV und Aids gezielt erweitert.

Die Sammlung umfasst persönliche Dokumente von Menschen mit HIV in Haft, von ehrenamtlichen Aidshilfe-Mitarbeitenden, von Aktivisten und von Angehörigen an Aids erkrankter Bluter. Ziel sei die „Aufarbeitung der Kulturgeschichte von HIV und Aids“, sagte der Leiter der Forschungsstelle Kulturgeschichte der Sexualität, Andreas Kraß.

„Wir können noch nicht von einem Ende von HIV und Aids sprechen“, sagte der mit dem Aufbau der Sammlung befasste Journalist Axel Schock. „Wir hoffen, dass die Sammlung Menschen motiviert, sich mit der HIV- und Aids-Geschichte zu beschäftigen.“

benl

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