Aktualisierte S1-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Malaria erschienen

Hamburg – Malaria ist eine der wichtigsten Infektionskrankheiten bei Reiserückkehrern und kann lebensbedrohlich werden. Rasche Diagnose und Therapie sind entscheidend. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG) hat daher zusammen mit anderen Institutionen eine aktualisierte Version der S1-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Malaria“ vorgestellt.
Änderungen gegenüber der Vorgängerversion betreffen vor allem die Behandlung einer Malaria in der Schwangerschaft mit den Präparaten Artemether/Lumefantrin und die Behandlung einer schweren Malaria mit dem seit 2025 in Deutschland erhältlichen Präparat Artesunate Amivas.
„Die Malaria ist eine der wichtigsten importierten Erkrankungen und weiterhin die bedeutendste Infektionserkrankung bei Reiserückkehrern“, heißt es in der Leitlinie.
Bei etwa 85 Prozent der importierten Malariafälle in Deutschland handelt es sich der Leitlinie zufolge um eine Malaria tropica (Plasmodium falciparum). Die Letalität der importierten Malaria tropica liege bei circa 0,5-1 Prozent. Es erkrankten neben Touristen und beruflich im Ausland tätigen Personen sehr häufig Migranten nach einem Heimaturlaub.
Nahezu alle importierten Malariainfektionen würden in Subsahara-Afrika erworben – von Reiserückkehrern aus anderen endemischen Gebieten wie Asien, Ozeanien oder Südamerika würden selten Malariainfektionen gemeldet.
„Dennoch muss auch bei Malariaverdacht aus diesen Gebieten eine mögliche Malaria tropica erwogen werden“, heißt es in der Leitlinie. Die anamnestische Angabe der Einnahme einer Malariaprophylaxe schließe dabei eine Malaria nicht aus.
Ärztinnen und Ärzte sollten frühzeitig die Malaria als mögliche Differenzialdiagnose bedenken, da die Prognose der Malaria wesentlich von der frühzeitigen adäquaten Therapie abhänge.
„Zu betonen ist in diesem Zusammenhang, dass auch bei anderen Symptomen als Fieber (abdominelle Beschwerden, Diarrhö, Cephalgie und andere) eine sofortige Malariadiagnostik zu initiieren ist, wenn aus epidemiologischen Gründen eine Malaria möglich erscheint“, heißt es in der Leitlinie.
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