Aktualisiertes Qualitätshandbuch Dimethylfumarat zur MS-Therapie
München – Das krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) hat das Qualitätshandbuch und die Patienteninformationen zur Therapie mit dem Immuntherapeutikum Dimethylfumarat aktualisiert. Hintergrund ist ein im Herbst 2014 bekannt gewordenen Fall einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) unter der Therapie.
„Die PML ist eine schwerwiegende Nebenwirkung, auf die sowohl behandelnde Ärzte als auch Patienten unbedingt hingewiesen werden müssen. Es ist daher wichtig, dass behandelnde Neurologen ab sofort die neue Patientenaufklärung verwenden“, sagte Bernhard Hemmer, Sprecher des Vorstands des KKNMS. Er betonte, engmaschige Blutbildkontrollen seien unverzichtbar, um frühzeitig eine Gefährdung durch die PML zu erkennen.
In der aktualisierten Version der Therapieempfehlung und der Patientenaufklärung beschreiben die Autoren den PML-Fall und erläutern wie die Blutbildkontrollen aussehen sollten. Das KKNMS empfiehlt eine Bestimmung der Leukozyten- und Lymphozytenzahl im Blut alle sechs bis acht Wochen. Werden bei den Untersuchungen Leukopenien unter 3000/Mikroliter oder Lymphopenien unter 500/Mikroliter festgestellt, rät das Netzwerk zu einem Aussetzen der Medikation.
Die KKNMS-Qualitätshandbücher sind mit der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), dem Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN), dem Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) und dem Ärztlichen Beirat der Patientenorganisation DMSG abgestimmt.
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