Vermischtes

Akupunktur hat nur geringe Effekte auf Schwangerschafts­beschwerden

  • Mittwoch, 13. April 2016
Uploaded: 17.02.2016 16:56:36 by mis
dpa

Berlin – Die Effekte der Akupunktur auf Schwangerschaftsbeschwerden wie Rücken- und Beckenschmerzen, Übelkeit, Würgereiz und Erbrechen, Schlafstörungen und Depressionen sind allenfalls gering. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des sogenannten Igel-Monitors der Krankenkassen. „Igel“ steht für „Individuelle Gesundheitsleistung“, die gesetzlich Versicherte selbst bezahlen müssen, weil sie nicht zum Leistungskatalog der Kassen gehören.

Die Wissenschaftler des Monitors haben Studien zu Nutzen und Schaden der Akupunktur in der Schwangerschaft ausgewertet. Sie fanden für ihre Metaanalyse sechs relevante Übersichtsarbeiten sowie eine Einzelstudie.

In den Studien wurden Schwangere, die eine Akupunktur nach den Regeln der Kunst bekamen, mit anderen Schwangeren verglichen, die eine Standardtherapie ohne Akupunktur oder eine Scheinakupunktur erhielten. Bei einer Scheinakupunktur wird entweder an eine Stelle gestochen, die nicht der chinesischen Lehre entspricht, oder es wird nur oberflächlich in die Haut gestochen beziehungsweise so getan, als ob gestochen wird.

Die Studien ergeben laut den Wissenschaftlern zwar positive Effekte der Akupunktur, aber diese Effekte seien durchgehend klein und fänden sich nicht in allen Studien. Zudem sei die Qualität der Studien oft mangelhaft, sodass auf die Ergebnisse wenig Verlass sei. Insgesamt bewerten die Wissenschaftler deshalb Effekte der IGeL-Leistung „Akupunktur in der Schwangerschaft“ mit „unklar“.

hil

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