Alkoholwerbung animiert Jugendliche zum Trinken

Baltimore – Jugendliche und Kinder, die noch nicht trinken dürfen und häufig Werbung für Alkohol sehen, beginnen früher, Alkohol zu konsumieren und trinken häufig auch zu viel. Ergebnisse einer entsprechenden Metaanalyse veröffentlichten Forscher um David Jernigan von der Johns Hopkins University im Fachmagazin Addicition (2016; doi: 10.1111/add.13591).
Die Werbung für gesundheitsschädigenden Genussmitteln ist beispielsweise für Tabak in der EU weitestgehend einheitlich geregelt. Außer in Deutschland ist die Werbung fast vollständig verboten.
Bei Alkohol ist die Gesetzeslage deutlich heterogener. Frankreich, Polen und Norwegen haben Beschränkungen bei alkoholbezogener Werbung bis hin zu vollständigen Verboten. Insgesamt sind die Beschränkungen aber oft deutlich weniger streng als für Tabak. Außerhalb von Europa hat beispielsweise die Alkoholindustrie in den USA die selbstauferlegte Richtlinie, Minderjährige vor dieser Werbung zu schützen. Dass Werbung für Alkohol Minderjährige zum Trinken animieren könnte, wurde bereits durch einzelne Studien belegt.
In ihrer Metaanalyse bezogen die Forscher zwölf Studien ein, die seit 2008 veröffentlicht wurden und den Einfluss von Alkoholwerbung auf Jugendliche und Minderjährige untersuchten. Die Daten von mehr 35.000 Teilnehmern aus sieben unterschiedlichen Ländern waren Teil der Analyse.
Einige der Studien fanden einen Zusammenhang zwischen Werbung und frühem Alkoholkonsum, mit Odds-Ratios zwischen 1,0 und 1,66. In Bezug auf das Sturztrinken waren die Ergebnisse eindeutig: Mit Odds-Ratios zwischen 1,38 und 2,15 war das Risiko deutlich erhöht. Jugendliche waren laut einiger Studien fast genauso häufig mit Alkoholwerbung konfrontiert wie Erwachsene.
Die Forscher schließen aus ihrer Studie, dass stärkere Restriktionen bei der Alkoholwerbung einen wichtigen Beitrag zum Jugendschutz leisten könnten.
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