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Alleinerziehende: Mehr als doppelt so hohes Armutsrisiko

  • Donnerstag, 23. Juli 2026
/gelmold, stock.adobe.com
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Wiesbaden – Das Armutsrisiko ist in Alleinerziehenden-Haushalten deutlich höher als im Durchschnitt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts galten zuletzt 28,9 Prozent der Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten als armutsgefährdet. In Haushalten von Paaren mit einem oder mehreren Kindern seien lediglich 12,0 Prozent der Menschen von Armut bedroht.

Das Armutsrisiko von Alleinerziehenden und ihren Kindern sei damit mehr als doppelt so hoch. Ein Reformvorschlag der Bundesregierung sieht nach Angaben der Statistikbehörde vor, dass künftig nur noch Kinder unter 16 Jahren einen Unterhaltsvorschuss bekommen sollen. Bisher liege die Altersgrenze bei 18 Jahren. Von der geplanten Änderung wären laut Mitteilung 21,2 Prozent der Alleinerziehenden-Familien betroffen.

2025 waren 373.000 Kinder von Alleinerziehenden 16- und 17-Jährige und würden ihren Anspruch auf Unterhaltsvorschuss verlieren, sofern die Reform umgesetzt wird. Im Jahr 2025 lebten laut Statistik rund 1,62 Millionen Alleinerziehende in Deutschland.

Damit hatte knapp jede fünfte Familie mit minderjährigen Kindern nur ein Elternteil, wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte. Zehn Jahre zuvor waren es noch 1,65 Millionen Alleinerziehende. Ihr Anteil an allen Familien mit Kindern unter 18 Jahren lag damals bei 20,5 Prozent und damit leicht höher als 2025.

Den Daten zufolge lebten im vergangenen Jahr insgesamt rund 2,36 Millionen Kinder unter 18 Jahren mit nur einem Elternteil zusammen. Das entspricht demnach 16,8 Prozent aller Minderjährigen in Deutschland.

Zudem sind Alleinerziehende weiterhin überwiegend Frauen: 2025 waren demnach 84,4 Prozent der Alleinerziehenden mit Kindern unter 18 Jahren Mütter. Der Anteil der Väter sei in Alleinerziehenden-Familien aber gestiegen. 2015 waren es der Statistik zufolge noch 11,1 Prozent, 2025 waren es 15,6 Prozent.

dpa

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