Anträge auf Mutter- oder Vater-Kind-Kuren werden häufiger abgelehnt

Osnabrück – Anträge auf Mutter- oder Vater-Kind-Kuren werden von den Krankenkassen häufiger abgelehnt. 2017 wurden 16,5 Prozent der mehr als 152.700 Anträge nicht bewilligt, das war jeder sechste Fall, wie aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei hervorgeht. Die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) berichtete zuerst darüber.
2014 hatte die Ablehnungsquote noch bei 11,7 Prozent gelegen. Auch die Zahl der abgelehnten Kuranträge stieg in dem Zeitraum von rund 18.250 auf etwa 25.250. Im selben Zeitraum wuchs zudem der Berg an unerledigten Anträgen um mehr als 4.000 Fälle auf mehr als 15.100 im Jahr 2017.
Die Linkspartei sprach von einer „Kostendämpfungspolitik auf dem Rücken der schwächsten Versicherten“. Rehabilitation sei wie Prävention ein gesetzlicher Anspruch der Versicherten, sagte Linken-Sozialexpertin Sabine Zimmermann der Zeitung. Verzögerungen oder Ablehnungen von Rehamaßnahmen machten nicht selten chronisch krank – wer den Widerspruch scheue, werde aussortiert.
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