Vermischtes

AOK-Auswertung: Zuwachs an Pflegebedürftigen seit Jahren stabil

  • Donnerstag, 26. März 2026
/picture alliance, Jana Bauch
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Berlin – Die Zahl der erstmals pflegebedürftigen Menschen hat sich in den vergangenen fünf Jahren auf stabilem Niveau eingependelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Demnach wurden von 2019 bis 2024 jedes Jahr etwa 350.000 AOK-Versicherte ab 60 Jahre als pflegebedürftig eingestuft. Zugleich wurden die erstmals Pflegebedürftigen stetig jünger. Untersucht wurden AOK-Routinedaten und Erstbegutachtungsdaten der Medizinischen Dienste. Von rund 75 Millionen gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland sind etwa 27 Millionen bei der AOK.

Zum Ende des Analysezeitraums 2024 waren die Menschen ab 60 Jahren bei Pflegeeintritt mit 77,9 Jahren deutlich jünger als noch fünf Jahre zuvor mit 79,5 Jahren. Der stärkste Anstieg der Pflegebedürftigkeit war demnach in der Gruppe der 60- bis 69-Jährigen zu verzeichnen.

Am häufigsten wurde laut Analyse von den fünf Pflegegraden der Pflegegrad 2 festgestellt, auf diesen entfielen 46,5 Prozent der Pflegeeintritte ab 60 Jahren. Am zweithäufigsten gab es mit 29,7 Prozent Pflegegrad 1. Gleichzeitig sank der Anteil der höchsten Pflegegrade. Über alle Pflegegrade hinweg dominierte als Leistung das Pflegegeld.

Infolge des ausgeweiteten Pflegebedürftigkeitsbegriffs hatte es in den Jahren 2017 und 2018 einen deutlichen Anstieg der Zahl Pflegebedürftiger gegeben.

Die Analyse zeigt aus Sicht von Susann Behrendt, Forschungsbereichsleiterin Pflege im Wissenschaftlichen Institut der AOK, dass in der aktuellen Reformdebatte nicht nur auf den Gesamtanstieg der Pflegebedürftigen geschaut werden sollte, sondern auch auf die Altersstruktur der „Neuzugänge“. Es gelte, sich stärker auf das Thema Prävention fokussieren.

„Die Verschiebung hin zu geringeren Schweregraden zeigt, dass es frühzeitige und wirkungsvolle Präventionsmaßnahmen auch schon ab dem Eintritt der Pflegebedürftigkeit braucht. So könnte man einer Zunahme der Beeinträchtigungen entgegenwirken oder diese zumindest hinauszögern“, so Behrendt.

kna

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