Arzneimittelausgaben steigen um knapp drei Prozent

Frankfurt – Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr 2012 für Arzneimittel und Diagnostika (ohne Impfstoffe) 14,6 Milliarden Euro ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg um 2,7 Prozent oder 388 Millionen Euro, wie das Marktforschungsunternehmen IMS Health am Mittwoch mitgeteilt hat. Dabei seien die Rabatte bereits berücksichtigt, die pharmazeutische Unternehmen und Apotheken den Krankenkassen nach dem Gesetz gewähren müssen. Nicht berücksichtigt seien Einsparungen aus Rabattverträgen und Patientenzuzahlungen.
IMS Health zufolge ist der Ausgabenanstieg mit dadurch bedingt, dass die Ärztinnen und Ärzte größere Packungen rezeptpflichtiger Medikamente verordnet haben. Außerdem etablierten sich bei der Therapie bestimmter Erkrankungen auch neuere patentgeschützte Präparate. Dazu gehörten zum Beispiel onkologische Therapeutika, die immer häufiger auch im ambulanten Bereich eingesetzt würden, so der Branchendienstleister.
Die Rabatte, die die pharmazeutischen Unternehmen den Krankenkassen in der ersten Jahreshälfte gewährten, beliefen sich auf 1,2 Milliarden Euro. Die Apotheken räumten den Kassen Nachlässe von mehr als 600 Millionen Euro ein. Die Umstellung der Honorierung des pharmazeutischen Großhandels im Rahmen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes von 2011 brachte Einsparungen von rund 100 Millionen Euro, wie IMS Health hochrechnete.
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