Privatversicherte erhalten mehr Generika

Köln – Der Trend zur vermehrten Verordnung von Generika setzt sich in der Privaten Krankenversicherung (PKV) fort. Das geht aus der aktuellen Analyse der Arzneimittelversorgung von Privatversicherten des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) hervor. Demnach stieg die Generikaquote 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte auf 55,5 Prozent.
Der Analyse zufolge erhöhten sich die Arzneimittelausgaben je Versicherten in der PKV von 2009 zu 2010 um 2,2 Prozent und damit etwas mehr als in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV, 1,0 Prozent). Den steigenden durchschnittlichen Arzneimittelausgaben stehen sinkende Verordnungszahlen gegenüber.
Sinkende Verordnungszahlen ergaben die Daten bei Erkältungsmitteln, Antibiotika und homöopathischen Medikamenten. Verordnungszuwächse zeigten hingegen kardiovaskuläre Medikamente sowie Magensäurehemmer. Das umsatzstärkste Medikament in der PKV war 2010 laut Studie Sortis (Atorvastatin), die größte Umsatzsteigerung gegenüber 2009 verzeichnete Lucentis (Ranibizumab).
Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigt, dass der Anteil der nichtverschreibungspflichtigen Medikamente weiter sank. Allerdings waren mehr als ein Drittel aller zur Kostenerstattung eingereichten Verordnungen in der PKV nichtverschreibungspflichtig.
Die Analyse verdeutlicht darüber hinaus die zunehmende Bedeutung von Parallel- und Reimporten bei Privatversicherten. Demnach entfielen 7,1 Prozent der Arzneimittelausgaben auf derartige Präparate. Bei sieben der 100 umsatzstärksten Medikamente in der PKV waren sogar mehr als 30 Prozent der Verordnungen Reimporte.
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