Ärzteschaft

Ärzte im Norden wollen Versorgungsengpass bei Krebspatienten schließen

  • Mittwoch, 29. Oktober 2025
/bongkarn, stock.adobe.com
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Bad Segeberg/Hamburg – Durch die kurzfristige Schließung von drei Praxisstandorten eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in Norderstedt, Ahrensburg und Reinbek ist es zu Versorgungsengpässen bei hämatologischen und onkologischen Patienten gekommen.

Darauf haben die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) und der Schleswig-Holsteinische sowie der Hamburger Berufsverband der Niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte für Hämatologie und Medizinische Onkologie (BNHO-HH) hingewiesen.

Sie betonten, dass man gemeinsam schnelle Lösungen gesucht habe, um die Versorgungslücke zu „entspannen und insbesondere bei dringenden onkologischen Fällen eine zügige Weiterbehandlung zu ermöglichen“.

Patienten aus Schleswig-Holstein können sich demnach unter der Telefonnummer 116117 an die Terminservicestelle der KVSH oder per Email an tss@kvhh.de wenden und werden entsprechend sowohl an Schleswig-Holsteinische als auch an Hamburger Praxen vermittelt.

Patienten aus Hamburg sollen ausschließlich per E-Mail (unter Angabe einer Rückrufnummer) die Terminservicestelle der KVH über tss@kvhh.de kontaktieren und werden dann entsprechend an Hamburger Praxen vermittelt.

„Die ärztliche Selbstverwaltung zeigt, dass sie auch bundeslandübergreifend schnelle Lösungen anbieten kann“, sagte die KVSH-Vorstandsvorsitzende Bettina Schultz. „So können Patientinnen und Patienten zügig auf Praxen mit freien Kapazitäten verteilt werden. Nach Rückmeldung mehrerer Kolleginnen und Kollegen liegen mittlerweile fast immer die erforderlichen Arztbriefe und Befunde vor, um eine Weiterbehandlung nahtlos fortzuführen.“

„Auch Praxen aus Hamburg stellen Kapazitäten bereit, um in der angespannten Situation schnell und unkompliziert zu helfen“, sagte Caroline Roos, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVH. Auf diese Weise könnten Patienten aus Schleswig-Holstein direkt auch an Hamburger Praxen zur Weiterversorgung vermittelt werden.

„Die Kolleginnen und Kollegen aus der Hansestadt helfen, wo sie können“, sagte der Vorsitzende des Hamburger BNHO, Erik Engel. Patienten aus Schleswig-Holstein seien bereits in Hamburger Praxen aufgenommen worden und würden dort versorgt. Man werde alles tun, um schnell und unbürokratisch zu unterstützen – insbesondere durch den zügigen Austausch notwendiger Informationen.

EB

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