Ärzteschaft

Ärzte ohne Grenzen erhält mehr Spenden

  • Donnerstag, 18. Juni 2026
/picture alliance,Ton Koene
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Berlin – Die deutsche Sektion von Ärzte ohne Grenzen hat im vergangenen Jahr 268,6 Millionen Euro an Spenden eingenommen. Damit lagen die Einnahmen mehr als 16 Millionen Euro über dem Vorjahr. 740.598 Spenderinnen, Spender und Organisationen unterstützten Ärzte ohne Grenzen in Deutschland im Jahr 2025.

„Diese Unterstützung ermöglicht medizinische Hilfe dort, wo Menschen sie dringend brauchen. Der Bedarf bleibt enorm“, sagt die Vorstandsvorsitzende von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland, Parnian Parvanta.

Die größten Spendenanteile aus Deutschland flossen 2025 in die medizinisch-humanitäre Arbeit von Ärzte ohne Grenzen im Jemen (17,1 Millionen Euro), in Afghanistan (16,5 Millionen Euro) und im Sudan und in Syrien (jeweils 15,3 Millionen Euro).

Ärzte ohne Grenzen ist nicht direkt von den weltweiten Kürzungen staatlicher Mittel für die humanitäre Hilfe oder von Mitteln der globalen Gesundheitsfinanzierung durch große Geberländer betroffen.

„Dennoch sehen unsere Teams die dramatischen Folgen der Einschnitte in vielen Projektländern“, sagte Parvanta. Dies sei zum Beispiel der Fall, wenn Kliniken schließen müssten, Impfkampagnen unterbrochen würden oder wenn gut behandelbare Krankheiten sich ausbreiteten, weil es keine medizinische Grundversorgung mehr gebe, so die Vorstandsvorsitzende des Hilfswerkes.

„Das sind fatale Entwicklungen, durch die riesige Lücken in der Gesundheitsversorgung für Menschen in Notsituationen und bei der Prävention von Krankheiten entstanden sind. Wir passen unsere Projekte kontinuierlich an, um darauf zu reagieren, aber wir können diese Lücken nicht füllen“, warnte sie.

Die weltweiten Mittelkürzungen schwächen laut Ärzte ohne Grenzen auch die Fähigkeit, Krankheitsausbrüche zu erkennen und einzudämmen.

„Die Bundesregierung muss ihren Kurs in der humanitären Hilfe und in der globalen Gesundheitspolitik überprüfen. Statt sich aus internationaler Solidarität zurückzuziehen, Budgets zu kürzen und Hilfe an sicherheits- und geopolitische Interessen zu koppeln, muss sie Verantwortung übernehmen“, forderte Parvanta. |

hil

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