Ärzteschaft

Ärzte warnen vor Einsicht der Kassen in elektronische Patientenakte

  • Donnerstag, 22. Oktober 2026
/PhotoGranary, stock.adobe.com
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Hamburg – Der Chef des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Markus Blumenthal-Beier, kritisiert den Plan der schwarz-roten Koalition, Krankenkassen Einsicht in elektronische Patientenakten (ePA) zu gestatten.

„Das wäre ein Dammbruch und würde das Vertrauen der Menschen in die Digitalisierung des Gesundheitswesens weiter schwächen“, sagte Blumenthal-Beier dem Magazin Spiegel. Beim Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patienten dürfe „es keinen Verhandlungsspielraum geben“.

Die Regierung konterkariere mit dem Digitalgesetz ihre Beteuerungen, dass niemand außer Patienten und Ärzten in die ePA schauen dürfe. „Die Krankenkassen erhalten in diesem Zuge immer mehr Einfluss auf die medizinische Versorgung“, sagte der Verbandschef.

Damit erhöhe sich die Möglichkeit, Patientendaten zu analysieren, Profile zu erstellen und die Patienten direkt anzusprechen. Den politisch Verantwortlichen sei anscheinend nicht klar, welche Tür sie damit öffneten.

Im Kabinettsbeschluss zum Digitalgesetz heißt es zwar, dass Patienten zustimmen müssen, damit Kassen die ePA auswerten dürfen. Die Hausärzte zweifeln aber, wie transparent und unabhängig eine solche Zustimmung sein könne.

Die Menschen müssten sehr ausdrücklich auf die Folgen ihrer Entscheidung hingewiesen werden, meinte Blumenthal-Beier. „Ein Hinweis, der sich irgendwo in den AGBs versteckt, darf kein Freifahrtschein sein, um in die intimsten Daten der Patienten zu schauen“, so der Verbandschef.

kna

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