Ärzteschaft

Ärzteorganisationen mahnen Vorbereitung auf Extremhitzeereignisse an

  • Montag, 13. Juli 2026
/Orapun, stock.adobe.com
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Bad Gögging – Die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels sind eine der zentralen Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung der Zukunft. Darin bestand am Wochenende Einigkeit bei der 71. Konsultativtagung der deutschsprachigen Ärzteorganisationen – darunter Bundesärztekammer (BÄK).

Die aktuellen Extremhitzeereignisse und die jüngst veröffentlichten Daten zu tausenden hitzebedingten Todesfällen verdeutlichten, dass die Auswirkungen des Klimawandels längst im medizinischen Alltag angekommen seien, hieß es dazu.

Die deutschsprachigen Ärzteorganisationen berichten von dramatischen gesundheitlichen Belastungen durch extreme Hitze und weitere klimabedingte Veränderungen. Sie schlussfolgerten, dass die Gesundheitssysteme konsequent klimaresilient gemacht werden müssen.

Dazu gehören für die Ärzte wirksame Hitzeschutzmaßnahmen für Patienten ebenso wie für die Beschäftigten im Gesundheitswesen sowie eine bessere Vorbereitung auf klimabedingte Gesundheitsrisiken. Von besonderer Bedeutung ist es demnach auch, die Gesundheitskompetenz und die Eigenverantwortung der Bevölkerung mit Blick auf hitzebedingte Gesundheitsgefahren zu stärken.

Ziel müsse es sein, „die Gesundheitsversorgung krisenresilienter zu machen und die Patientensicherheit auch unter den Bedingungen des Klimawandels dauerhaft zu gewährleisten“.

Zugleich sehen die deutschsprachigen Ärzteorganisationen den Gesundheitssektor in der Verantwortung, seinen Beitrag zu einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Gesundheitsversorgung zu leisten. Insbesondere seien gezielte Investitionen in klimaresiliente Gesundheitseinrichtungen und wirksame Hitzeschutzmaßnahmen erforderlich.

Kritisch sehen die deutschsprachigen Ärzteorganisationen, dass immer weitere Weiterbildungsbezeichnungen und Spezialisierungen geschaffen werden. Die Forderungen nach zusätzlichen Qualifikationen oder Spezialisierungen habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, auch aus dem politischen Raum, wurde betont.

Dies werde jedoch bestehende Fachgebiete weiter zersplittern, bewährte Versorgungsstrukturen schwächen und die Kosten im Gesundheitswesen erhöhen, so die Befürchtung. Oft werde fälschlich argumentiert, für neue Versorgungsaufgaben seien neue Qualifikationsbezeichnungen erforderlich, obwohl viele der betreffenden Inhalte bereits heute Bestandteil etablierter Fachgebiete oder ergänzender Qualifizierungsangebote seien.

„Die deutschsprachigen Ärzteorganisationen sprechen sich deshalb dafür aus, neue Versorgungsaufgaben vorrangig innerhalb bestehender Fachgebietsstrukturen zu verankern und bestehende Qualifizierungswege gezielt zu aktualisieren“, hieß es. Ziel müsse es sein, die fachliche Qualität zu sichern, ohne die Einheit der Fächer und die Sicherstellung einer flächendeckenden ambulanten und stationären Versorgung zu gefährden.

EB

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