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Ärztinnenbund: Alkoholkonsum für Frauen größeres Risiko

  • Freitag, 27. März 2026
/Maksim Shebeko, stock.adobe.com
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Berlin – Die gesundheitlichen Folgen von Alkohol treffen Frauen häufiger, schneller und heftiger als Männer – davor warnt der Deutsche Ärztinnenbund als Mitglied der Allianz Alkoholprävention.

„Alkohol ist kein harmloses Genussmittel, sondern ein bedeutender Risikofaktor für Gesundheit und gesellschaftliches Zusammenleben. Gerade für Frauen werden die Gefahren noch immer unterschätzt“, sagte eine der Vizepräsidentinnen des Ärztinnenbundes, Petra Büchin, heute in Berlin.

Biologische Faktoren wie ein geringerer Körperwasseranteil und Unterschiede im Stoffwechsel führten dazu, dass Frauen bei identischer Trinkmenge eine deutlich höhere Blutalkoholkonzentration aufweisen, wie der Ärztinnenbund erklärte. Während der männliche Organismus Alkohol oft effizienter abbaue, blieben die toxischen Substanzen bei Frauen länger im System.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Alkohol zu den gefährlichsten vermeidbaren Krebsrisiken – doch das Bewusstsein dafür fehle im Alltag oft. Dabei gebe es beim Alkoholkonsum keine gesundheitlich unbedenkliche Untergrenze. Bereits vermeintlich moderate Mengen – etwa eine Flasche Bier oder zwei kleine Gläser Wein täglich – seien mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden.

Laut WHO ist ein erheblicher Anteil der alkoholbedingten Brustkrebsfälle in Europa auf eine vermeintlich moderate Konsummenge zurückzuführen. Die Ursache liege in der biochemischen Doppelbelastung: Während das Abbauprodukt Acetaldehyd die DNA direkt schädige, sorge Alkohol für einen Anstieg des Östrogenspiegels, was das Wachstum von Tumorgewebe begünstigen könne.

Darüber hinaus seien Frauen auch häufiger von den sozialen Folgen von Alkohol betroffen. Die Hemmschwelle für verbale und körperliche Attacken sei gegenüber Frauen häufig niedriger als gegenüber Männern.

Deutschland ist in Bezug auf Alkohol ein Hochkonsumland. Mit etwa zehn Litern Reinalkohol pro Bürgerin oder Bürger liegt Deutschland in der Statistik über dem Durchschnitt der Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Derzeit wird politisch eine höhere Steuer auf Alkohol diskutiert. Die Allianz Alkoholprävention hat ein gemeinsames Positionspapier zur Vermeidung der Folgen von Alkoholkonsum ausgearbeitet.

kna

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