Auch künftig Lebertranstransplantationen an der Uniklinik Erlangen
Erlangen/München – An der Uniklinik Erlangen sollen vorerst weiter Lebertransplantationen möglich sein. Allerdings verliert das bisherige Zentrum seine Eigenständigkeit; es werde künftig nur noch als Außenstelle des Lebertransplantationszentrums des Klinikums Großhadern in München geführt, teilte das bayerische Wissenschaftsministerium am Mittwoch mit. Damit beendete die Staatsregierung einen jahrelangen Streit mit der Erlanger Uniklinik.
Die Zulassung als Außenstelle ist zunächst bis Ende 2017 befristet. Das Ministerium hatte im Herbst 2013 überraschend eine Schließung des Erlanger Transplantationszentrums zum 1. Januar 2014 beschlossen. Die Staatsregierung war seinerzeit der Empfehlung einer nach dem Transplanationsskandal gebildeten Expertenkommission gefolgt. Diese hatte dazu geraten, Lebertransplantationen nur noch an drei statt bisher fünf bayerischen Kliniken vorzunehmen.
Die Uniklinik Erlangen hatte sich dagegen energisch zur Wehr gesetzt. Per Verwaltungsgerichtsklage erwirkte sie schließlich eine vorübergehende Fortsetzung der Lebertransplantationen in Erlangen.
Zugleich habe sie frühzeitig eine Kooperation mit Großhadern bei Lebertransplantationen angestrebt, berichtete der Ärztliche Leiter der Uniklinik Erlangen, Heinrich Iro am Mittwoch. „Unter den gegebenen Umständen ist die jetzige Lösung das Beste, was wir für unsere Patienten in der Region erreichen konnten”, fügte er hinzu.
Nach Darstellung des Wissenschaftsministeriums hat die Verantwortung für die Außenstelle und die dort vorgenommenen Lebertransplantationen allein das Münchner Klinikum. So werde auch die Patientenwarteliste für beide Kliniken – auch für die in Erlangen behandelten Patienten – vom Münchner Transplantationszentrum geführt. Die Operation selbst und die anschließend medizinisch Versorgung fänden je nach Wunsch und Zustand des Patienten in München oder Erlangen statt, betonte das Wissenschaftsministerium.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: