Politik

Baden-Württemberg: AOK-Chef kritisiert Krankenhausplanung

  • Freitag, 5. Juli 2013

Stuttgart – Die Zeiten zersplitterter Krankenhauslandschaften sind aus Sicht von AOK-Landeschef Christopher Hermann vorbei. „Denn mangelnde Koordination und ausufernde Konkurrenz machen das Gesundheitssystem teuer und die Behandlung weniger kompetent, als sie sein könnte“, sagte der Chef der größten gesetzlichen Kasse im Südwesten in Stuttgart. Das Land müsse ähnlich wie in der regionalen Schulent­wicklungsplanung eine Krankenhausplanung vornehmen und Schwerpunkte setzen. Gesundheitsministerin Katrin Altpeter (SPD) tue sich mit politischen Vorgaben sehr schwer. Aber mehr Zentralisierung der Versorgung sei unverzichtbar.

Der Vorgang in Villingen-Schwenningen sei beispielhaft: Dort wird an diesem Samstag ein 263 Millionen Euro teures neues Klinikum in Betrieb genommen. Dafür werden mehrere andere Kliniken in der Umgebung still gelegt.

Zwar müssten die Patienten im Südwesten künftig längere Wege zur medizinischen Behandlung in Kauf nehmen. „Das sollte aber niemanden beunruhigen. Denn die fachliche Behandlung bei hochspezialisierten Leistungen ist wichtiger als mehr oder weniger lange Wege.“ Das gelte auch für die Hilfsfrist von 15 Minuten bei Notfällen, bei denen der Südwesten im Bundesvergleich schon sehr gut liege. „Wichtig ist doch, wo jemand hinkommt“, meinte Hermann.

Eine Lösung für die Finanzprobleme auf dem Krankenhaussektor sieht der AOK-Chef in einer monistischen Finanzierung: „Die Krankenkassen müssten sowohl Investitions- als auch Betriebskosten an die Kliniken zahlen. Ohne den Zwang, mit allen mehr als 200 Krankenhäusern im Land Verträge abschließen zu müssen, könnten wir in einem vom Ministerium vorzugebenen Rahmen bei zu kleinen Einheiten und Überkapazitäten steuernd eingreifen. Da wäre ein 19-Betten-Haus sofort weg“, sagte Hermann.

dpa

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