Politik

Bas: Mutterschutz für Selbstständige muss geregelt werden

  • Donnerstag, 19. März 2026
Bärbel Bas (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales, spricht im Plenarsaal im Bundestag. /picture alliance, Michael Kappeler
Bärbel Bas (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales, spricht im Plenarsaal im Bundestag. /picture alliance, Michael Kappeler

Berlin – Dass es noch keinen gesetzlichen Mutterschutz für Frauen in Selbstständigkeit gibt, kritisierte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) heute in einer Bundestagsdebatte zum Internationalen Frauentag.

Im Grundgesetz seien der Schutz und die Fürsorge für alle Mütter verankert, so Bas. Sie unterstütze deshalb persönlich das Bündnis Mutterschutz für Alle, das sich dafür einsetzt, den Mutterschutz für Selbstständige gesetzlich zu regeln.

„Wir müssen Frauen stärken, wir müssen uns besser vernetzen und wir müssen für unsere Belange gemeinsam streiten“, betonte sie. Zumindest gebe es seit dem vergangenen Jahr einen verbesserten gestaffelten Mutterschutz für Frauen nach Fehlgeburten. Dies sei „mutigen Frauen“ zu verdanken, die sich dem Tabu gewidmet hätten.

Neben Frauenrechten, Sexismus und Gewalt, Gleichberechtigung, fairen Löhnen und gerecht aufgeteilter Sorgearbeit war auch die Frauengesundheit ein Thema der Debatte.

„Wenn Frauen heute später diagnostiziert werden, länger auf Behandlungen warten oder häufiger Nebenwirkungen erleben, dann liegt das nicht an ihren Körpern, sondern an Strukturen, die ihre Gesundheit über Jahrzehnte hinweg nicht ausreichend berücksichtigt haben“, betonte die Bundestagsabgeordnete Julia-Christina Stange (Linke).

Die Initiative Feministische Medizin habe eindrückliche Beispiele gesammelt, was es für Frauen bedeute, wenn sie nicht ernst genommen und ihre Symptome psychologisiert würden. „Eine moderne Gesundheitspolitik muss dafür sorgen, dass die gesundheitlichen Realitäten von Frauen systematisch berücksichtigt werden, anstatt sie zu bagatellisieren“, bekräftigte Stange.

Schließlich bedeute Frauengesundheit auch Versorgungsgerechtigkeit. Besonders deutlich sei dies etwa in der Geburtshilfe sichtbar: Geburtsstationen würden schließen, die Wege würden länger, das Personal arbeite am Limit. „Eine sichere Geburt darf keine Frage der Postleitzahl sein“, so die Abgeordnete.

Ebenso sei es mit der Versorgung von Schwangerschaftsabbrüchen: In vielen Regionen Deutschlands sei der Zugang nicht mehr selbstverständlich. Frauengesundheit muss Stange zufolge auch in der medizinischen Ausbildung verankert werden, da sonst der „Versorgungsmangel von morgen“ geschaffen werde.

„Lassen Sie uns jetzt dafür sorgen, dass Frauen die medizinische Versorgung bekommen, die ihnen zusteht, mit einer Verbesserung der Versorgungslage bei Schwangerschaftsabbrüchen“, betonte auch die SPD-Abgeordnete Josephine Ortleb.

Noch immer würden viele gesundheitliche Themen von Frauen zu wenig beachtet – sei es in der medizinischen Forschung, in der Versorgung oder der öffentlichen Wahrnehmung, sagte Anja Weisgerber, Bundestagsabgeordnete der CSU. „Ob Endometriose, ob Schwangerschaft und Geburtsmedizin, ob Wechseljahre. Frauen verdienen eine Medizin, die ihrer Lebensrealität entspricht und sie ernstnimmt.“

Es werde mehr Forschung zur Frauengesundheit und eine bessere Versorgung gebraucht, die Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nun auch konsequent angingen, so Weisgerber.

nfs

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