Ärzteschaft

Bayerische Landesärztekammer stellt Fehlinformationen zur Fachsprachenprüfung für ausländische Ärzte richtig

  • Montag, 5. März 2018

München – In Bayern müssen Ärzte aus dem Ausland seit April 2017 eine Fach­sprachenprüfung auf dem Level C1 absolvieren. Darauf hat die Bayerische Landes­ärztekammer (BLÄK) hingewiesen. Sie tritt damit Behauptungen entgegen, welche die AfD Bayern Ende Februar in einer Presseerklärung aufgestellt hatte: „In Bayern genügt es, wenn sich Mediziner auf dem allgemeinsprachlichen B2-Level verständigen können. Andere Bundesländer verlangen den höheren C1-Standard“, heißt es darin. „Das ist unwahr“, stellt die Kammer klar.

Laut der BLÄK haben seit April 2017 711 ausländische Ärzte eine Fachsprachenprüfung abgelegt. Rund 52 Prozent von ihnen sind durchgefallen, 48 Prozent haben sie bestanden. „Die Prüfungen dienen als Nachweis über die für die Berufsausübung erforderlichen Sprachkenntnisse bei allen internationalen Ärzten, die ihre Ausbildung außerhalb des Bundesgebietes absolviert haben und keine Deutsch-Muttersprachler sind“, erklärte der BLÄK-Präsident Gerald Quitterer. Die BLÄK nimmt den Sprachtest seit April 2017 ab.

Die Bezeichnungen „B2“ und „C1“ stammen aus dem „Gemeinsamen Europäischer Referenzrahmen für Sprachen“. B2 bedeutet danach: „Kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht im eigenen Spezial­gebiet auch Fachdiskussionen. Kann sich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist. Kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.“

Das nächst höhere Level C1 bedeutet danach: „Kann ein breites Spektrum anspruchs­voller, längerer Texte verstehen und auch implizite Bedeutungen erfassen. Kann sich spontan und fließend ausdrücken, ohne öfter deutlich erkennbar nach Worten suchen zu müssen. Kann die Sprache im gesellschaftlichen und beruflichen Leben oder in Ausbildung und Studium wirksam und flexibel gebrauchen. Kann sich klar, strukturiert und ausführlich zu komplexen Sachverhalten äußern und dabei verschiedene Mittel zur Textverknüpfung angemessen verwenden.“

hil

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