Ärzteschaft

Bei Krankenhausplanung ambulante Strukturen einbeziehen

  • Dienstag, 5. Juli 2022
/picture alliance, Barbara Gindl
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Düsseldorf – Die Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) hat ihre Vorstellungen für die künftige Krankenhausplanung dargelegt. Laut der Arbeitsgruppe „Medizin und Ökono­mie“ der AWMF ist eine Reform nur erfolgsversprechend, wenn die Versorgungsplanung sektorenübergreifend und regional erfolgt.

„Wir begrüßen, dass die Bundesregierung die unkontrollierten Klinikschließungen beenden will und im Rah­men einer Regierungskommission auch unter Einbeziehung der wissenschaftlichen medizinischen Fachge­sellschaften nun eine Krankenhausreform vorbereitet“, sagte AWMF-Präsident Rolf-Detlef Treede.

„Nur so kann sichergestellt werden, dass an der Schnittstelle zwischen ambulanter zu stationärer Versorgung nicht wie heute wertvolle Informationen verlorengehen oder es zu Brüchen und Versorgungsproblemen kommt“, sagte Fred Zepp, stellvertretender Präsident der AWMF.

Die Organisation setzt sich in diesem Zusammenhang auch für neue sektorenübergreifende und interprofes­sionelle Versorgungskonzepte ein, zum Beispiel in Form von Zentren und Netzwerken. Laut der AG „Medizin und Ökonomie“ sollte sich die regionale Planung neben der erwarteten demografischen Entwicklung insbe­sondere an dem tatsächlichen diagnose- und schweregradorientierten Behandlungs- und Pflegebedarf orientieren.

So könne es beispielsweise sein, dass aufgrund der demografischen Entwicklung in ländlichen Gebieten die Gesamtzahl der Patienten sinke, zugleich jedoch ältere, vielfach erkrankte Patienten häufig höhere Versor­gungsaufwände hätten. Dieser verstärkte Behandlungsbedarf müsse in die Planung einbezogen werden.

Außerdem sei wichtig, die Krankenhäuser und die ambulanten Strukturen an ihrer Versorgungsqualität zu messen. „Hier soll in Zukunft die Kontinuität der Versorgung, die Kommunikation mit Patientinnen und Pa­tienten sowie die Indikations- und Ergebnisqualität einbezogen werden“, erläuterte Monika Nothacker, stellvertretende Leiterin des AWMF-Instituts für Medizinisches Wissensmanagement.

hil

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