Bei Schlafstörungen rasche Diagnose und Behandlung nötig

Marburg – Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) warnt davor, die Diagnose und Behandlung von Schlafstörungen zu verschleppen. Rasches Handeln sei vielmehr nötig, um Langzeitschädigungen möglichst zu vermeiden, hieß es aus der Fachgesellschaft.
Schlafapnoe hat laut der DGSM ein hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für einen Schlaganfall. Insomnien seien ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Schlafstörungen könnten sich auch auf die psychische Gesundheit auswirken, unter anderem auf Angststörungen.
Zudem beeinflusse der Schlaf die Gedächtnisfunktion stark, so die Fachgesellschaft. „Chronische Schlaferkrankungen, die schlimmstenfalls sogar unentdeckt bleiben, sind ein klarer Risikofaktor für gesundheitliche Langzeitschädigungen und Folgeerkrankungen“, lautet ihre Folgerung. Auch während der Pandemie müsse daher eine schlafmedizinische Versorgung stattfindet, betont der DGSM-Vorsitzende Peter Young.
Dabei sei es wichtig, Patienten mit Schlafstörungen leitliniengerecht zu behandeln. Diese enthielten evidenzbasierte Richtlinien, etwa für eine medikamentöse Therapie.
„Wir wissen, dass die Behandlung mit Schlaf- oder Schmerzmitteln eine Schlafapnoe zum Beispiel verstärkt. Bei einer REM-Schlafverhaltensstörung ist es unter anderem falsch, mit Beruhigungsmitteln zu behandeln“, gibt der Geriater und DGSM-Experte Helmut Frohnhofen ein Beispiel.
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