Bessere Bezahlung für leitende Psychotherapeuten gefordert

Berlin – Laut einer aktuellen Umfrage der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) gibt es bundesweit nur wenige Psychotherapeuten in einer leitenden Funktion. Angesichts der Tatsache, dass Psychotherapie in Kliniken und Institutionen zunehmend an Bedeutung gewinne und Teil moderner, wissenschaftlicher Behandlungsleitlinien sei, „ist das eine ungenutzte Ressource“, kritisierte DPtV-Bundesvorsitzender Gebhard Hentschel. Um hier gegenzusteuern fordert der Verband deshalb eine bessere Vergütung psychotherapeutischer Führungskräfte.
Der DPtV-Umfrage zufolge arbeiten derzeit lediglich zwölf Prozent der Befragten in einer Führungsposition, 19 Prozent davon übernähmen zwar Führungsaufgaben, hätten allerdings keine formale und entsprechend bezahlte Leitungstätigkeit. 21 Prozent der angestellten Psychologischen Psychotherapeuten und 13 Prozent der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind schon länger als zehn Jahre approbiert.
„Mit ihrer hohen Qualifizierung und Erfahrung übernehmen sie zunehmend vielfältige und anspruchsvolle Aufgaben in Kliniken und Institutionen“ so Hentschel. Zu ihren Leitungsaufgaben gehören Konzeptentwicklung, Personalauswahl, Personalverantwortung, Sitzungsleitungen und Budgetverantwortung. „All das kann nicht ohne formale Führungsposition und entsprechende Bezahlung geschehen“, mahnte der Bundesvorsitzende.
In der Realität werde die von der Gewerkschaft verdi empfohlene Vergütung für leitende Psychotherapeuten oberhalb der Entgeltgruppe 14 leider längst nicht überall umgesetzt. „Außerdem ist ein Gender-Pay-Gap erkennbar“, unterstrich Hentschel.
Dementsprechend sei es für Psychotherapeuten in Institutionen unattraktiv, eine Führungsposition zu übernehmen. Vor diesem Hintergrund fordert die DPtV eine bessere Verankerung der angestellten Psychotherapeuten in den Personalschlüsseln – etwa in der Richtlinie zur Personalbemessung in Psychiatrie und Psychosomatik (PPP-RL). „Die Psychotherapie in Kliniken sollte entsprechend Ihrer Bedeutung für die medizinische Versorgung im System sichtbar werden“, so Hentschels Fazit.
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