Bisher keine Masse an Augenschäden nach Sonnenfinsternis

Berlin – Warnungen vor Augenschäden im Vorfeld der partiellen Sonnenfinsternis über Europa haben nach ersten Einschätzungen von Fachleuten Früchte getragen.
Schwere Verletzungen seien bisher nicht aufgetreten, sagte Christian Richter vom Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Die Information der Bevölkerung zu präventiven Schutzmaßnahmen, durch die verschiedenen Medien, hat wohl geholfen.“
In den großen Augenkliniken in Deutschland seien jeweils bis zu maximal 20 Patienten vorstellig geworden, meistens eher im niedrigen einstelligen Bereich. In den Augenarztpraxen seien es keine oder nur vereinzelte Nachfragen gewesen.
„Von den Menschen, die sich augenärztlich kontrollieren ließen, hatte ein kleiner Bruchteil tatsächlich eine nachweisbare Schädigung der Netzhaut“, so Richter. Es sei allerdings nicht absehbar, wie viele Menschen Veränderungen erst in den nächsten Tagen bemerken und danach zur augenärztlichen Kontrolle gehen, betonte Richter.
Bei dem Naturphänomen schiebt sich der Mond vor die Sonne. Am Mittwoch vergangener Woche bedeckte die Finsternis von Deutschland aus betrachtet bis zu 90 Prozent. Eine totale Sonnenfinsternis war in Grönland, Island, Spanien und einem kleinen Teil Nordostportugals zu sehen. Im Vorfeld hatten Fachleute immer wieder davor gewarnt, ungeschützt in die Sonne zu schauen. Sie verwiesen auf Schutzbrillen oder Lochkameras.
Unklares Sehen, fehlende Buchstaben beim Lesen und wellenförmige Linien könnten auf eine Schädigung der Netzhaut hindeuten, hatte Vinodh Kakkassery, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde in Chemnitz, gesagt.
Wer solche Symptome nach ungeschütztem Blick in die Sonnenfinsternis bemerkt, sollte sich augenärztlich untersuchen lassen. Schmerzen treten bei Schäden an der Netzhaut laut Kakkassery eher nicht auf. Bei der Sonnenfinsternis sei es gefährlich, wenn gebündeltes Sonnenlicht auf die sogenannte Makula treffe, die Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhaut.
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