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Sonnenfinsternis ungeschützt gesehen: Von Verdachtsfällen und Warnzeichen

  • Donnerstag, 13. August 2026
/picture alliance, Panama Pictures, Christoph Hardt
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Berlin – Augenärzte hatten im Vorfeld der partiellen Sonnenfinsternis davor gewarnt, die Sonnenfinsternis mit ungenügendem Schutz oder mit gänzlich ungeschützten Augen anzuschauen. Einen Tag danach gab es Verdachtsfälle.

Allein an der Mannheimer Augenklinik gab es in den Stunden nach dem Himmelsspektakel rund 20 Anfragen, wie Robert Patrick Finger, Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Mannheim, mitteilte. Die Betroffenen hätten über Kopfschmerzen geklagt, einigen sei schwindelig gewesen. „Bei all diesen Fällen rechnen wir aber damit, dass das spurlos verschwindet“, sagte er.

Ähnlich sieht es in Stuttgart aus. „In unserer Augenklinik haben sich bis heute Mittag rund 20 Patienten vorgestellt, die meinten, sie hätten einen Schaden aufgrund der Sonnenfinsternis“, sagte eine Sprecherin des Klinikums Stuttgart. „Bei keinem Patienten konnte ein Schaden festgestellt werden.“

In Freiburg waren noch in der Nacht acht Menschen wegen Schmerzen in den Augen zur Universitätsklinik gekommen, am Tag danach hätten nochmal eine Handvoll über ein Brennen, Kopfschmerzen oder Flecken beim Sehen geklagt, sagte ein Sprecher. „Das wird in den kommenden Tagen auch so weitergehen, schätzen wir“, sagte er. „Wir konnten bislang aber bei keinem von ihnen eine objektive Verschlechterung beim Sehen feststellen.“

Nach dem Beobachten der Sonnenfinsternis mussten auch Krankenhäuser in Berlin einige Menschen mit Augenbeschwerden behandeln. Die Charité teilte mit, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag seien zehn Patienten im augenärztlichen Notdienst behandelt worden. Auch der Krankenhausbetreiber Vivantes sprach von zehn Menschen, die mit leichten Sehstörungen in die Klinik für Augenheilkunde kamen.

Augenärzte hatten gewarnt, die Sonnenfinsternis mit ungenügendem Schutz oder mit gänzlich ungeschützten Augen anzuschauen. „Da Symptome auch mit Verzögerung auftreten können, sind die Notaufnahmen darauf vorbereitet, dass sich in den kommenden Tagen weitere Betroffene vorstellen“, teilte ein Charité-Sprecher noch mit.

Bei einem Ausfall oder starken Einschränkung des Sehvermögens sollte umgehend der Notdienst kontaktiert werden. Auch in weiteren Regionen Deutschlands haben Menschen nach der Sonnenfinsternis wegen Augenbeschwerden ein Krankenhaus aufgesucht.

Unklares Sehen, fehlende Buchstaben beim Lesen und wellenförmige Linien – das kann auf eine Schädigung der Netzhaut hindeuten. Wer solche Symptome nach ungeschütztem Blick in die Sonne während der Sonnenfinsternis gestern Abend bemerkt, sollte sich augenärztlich untersuchen lassen, sagte Vinodh Kakkassery, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde in Chemnitz.

Schmerzen treten bei Schäden an der Netzhaut laut Kakkassery eher nicht auf. Schmerzen erlebe man eher bei einer verletzten Hornhaut, etwa nach Schweißerarbeiten ohne Schutzbrille. In diesen Situationen wirke UV-Licht auf das Auge ein. Bei der Sonnenfinsternis sei es dagegen gefährlich, wenn gebündeltes Sonnenlicht auf die sogenannte Makula treffe, die Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhaut.

Er habe den Eindruck, dass im Vorfeld viel gewarnt und aufgeklärt worden sei, sagte der Experte der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Eine Bilanz lasse sich aber frühestens in ein bis zwei Wochen ziehen. Sie könne auch im Hinblick auf die kommende partielle Sonnenfinsternis interessant sein, die am 2. August 2027 in Deutschland erwartet wird.

kna

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