Ausland

Brandanschlag auf jüdischen Rettungsdienst in London

  • Dienstag, 24. März 2026
/picture alliance, ZUMAPRESS.com, Vuk Valcic
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London – In London sind in der Nacht zu gestern Krankenwagen eines jüdischen Rettungsdienstes in Brand gesetzt worden. Die Feuerwehr teilte mit, dass sie gegen 1.40 Uhr wegen brennender Fahrzeuge am Highfield Court im überwiegend von Juden bewohnten Stadtteil Golders Green alarmiert worden sei. Die Polizei sprach von einem „Brandanschlag, der als antisemitisches Hassverbrechen untersucht“ werde.

Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete den Vorfall als „zutiefst schockierenden antisemitischen Brandanschlag“. „Meine Gedanken sind bei der jüdischen Gemeinde“, die zu dieser „schrecklichen Nachricht“ aufgewacht sei, erklärte Starmer im Onlinedienst X. Er fügte hinzu: „Antisemitismus hat in unserer Gesellschaft keinen Platz.“

Bei den ausgebrannten Fahrzeugen handelt es sich nach Angaben der Metropolitan Police um vier Krankenwagen, die dem Rettungsdienst Hatzalah der jüdischen Gemeinschaft gehören. Alle Brände seien gelöscht, fügte die Polizei hinzu. Verletzt wurde demnach niemand. Polizisten seien weiterhin vor Ort.

Die ehrenamtliche Nachbarschaftswache Shomrim North West London verurteilte die Brandstiftung als „gezielten und zutiefst besorgniserregenden Vorfall“. Der Brandanschlag habe sich gegen einen „unverzichtbaren Rettungsdienst“ der örtlichen jüdischen Gemeinschaft gerichtet, erklärte die Gruppe im Onlinedienst Facebook. „Ein Angriff auf diese Rettungswagen ist ein Angriff auf die Sicherheit, das Wohlergehen und die Widerstandsfähigkeit unserer Gemeinschaft.“

Die britische Polizei hat eine Verstärkung ihrer Präsenz zum Schutz der jüdischen Gemeinde angekündigt. 264 zusätzliche Polizeibeamte sowie „deutlich sichtbare“ bewaffnete Streifen würden eingesetzt werden, erklärte der Leiter der Metropolitan Police, Mark Rowley.

Die wenig bekannte Gruppe Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiya (Islamische Bewegung der Menschen der Rechten Hand) bekannte sich in einem im Onlinedienst Telegram verbreiteten Video zu der Tat. Die Gruppe soll der iranischen Regierung nahestehen. Die Gruppe hat in diesem Monat bereits ähnliche Angriffe in Belgien und den Niederlanden für sich reklamiert.

Die Polizeieinheit für Terrorismusbekämpfung übernahm die Ermittlungen in dem Fall. „Die Feststellung der Authentizität und Genauigkeit dieses Bekennerschreibens wird für das Ermittlungsteam Priorität haben“, sagte Kriminalhauptkommissar Luke Williams am Tatort. „Videoaufnahmen von Überwachungskameras scheinen drei vermummte Menschen zu zeigen, die einen Brandbeschleuniger auf die Fahrzeuge gießen, bevor sie diese anzünden und fliehen.“

afp

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