Ausland

Brasilien: Abkommen mit AstraZeneca über Impfstoffproduktion

  • Montag, 3. August 2020
/picture alliance, NurPhoto, Jakub Porzycki
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Brasília – Das brasilianische Forschungsinstitut Fiocruz, das brasilianische Gesundheits­ministerium und der britische Pharmakonzern AstraZeneca haben einen ersten Vertrag über die Produktion von Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs gegen das Coro­navirus SARS-CoV-2 unterzeichnet.

Das Dokument bilde die Grundlage für den Technologietransfer und die Herstellung von 100 Millionen Impfstoffdosen, falls der Schutz vor einer Infektion durch den Impfstoff nachgewiesen werden sollte, teilte das Gesundheitsministerium in Brasília in einer Erklärung mit.

Ein Coronaimpfstoff von AstraZeneca, der von Forschern der Universität Oxford entwi­ckelt wurde, wird in Brasilien schon in der entscheidenden dritten Phase getestet. Dabei wird die Wirksamkeit eines Stoffes an einer größeren Gruppe von Menschen ermittelt.

Brasilien ist außer den USA derzeit einer der Brennpunkte der Coronapandemie. Mehr als 2,5 Millionen Menschen haben sich in dem größten und bevölkerungsreichsten Land La­teinamerikas infiziert, mehr als 90.000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lun­gen­krankheit COVID-19 gestorben. Die tatsächlichen Zahlen dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet.

Vielerorts steigt die Kurve noch an, was für die entscheidende Phase der Impfstofftests wichtig ist. Zudem verfügt Brasilien über Forschungseinrichtungen wie das Fiocruz-Insti­tut, dessen Impfstofffabrik in der Nordzone Rios als größte Lateinamerikas gilt.

Im vergangenen Jahr wurden hier fast 110 Millionen Dosen Impfstoff für das öffentliche brasilianische Gesundheitssystem hergestellt. Zudem produziert Bio-Manguinhos dem Portal „G1“ zufolge 80 Prozent der weltweiten Gelbfieberimpfungen.

dpa

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