Britischer Premier trifft sich mit Vertretern des Gesundheitswesens

London – Kurz vor den geplanten Gesprächen zwischen Regierung und Gewerkschaften zur Beendigung der Streiks in Großbritannien hat Premierminister Rishi Sunak „mutige und radikale“ Schritte im Gesundheitswesen gefordert.
„Während der Pandemie mussten wir mutig und radikal vorgehen, um die Situation zu meistern“, wurde Sunak von seinem Amtssitz Downing Street zitiert. „Ich denke, wir brauchen jetzt den gleichen mutigen und radikalen Ansatz“, sagte er vorgestern bei einem Treffen mit Vertretern des Gesundheitswesens.
Zu dem Dringlichkeitsgespräch in seinen Amtssitz hatte Sunak den Regierungsberater in Gesundheitsfragen, Chris Witty, und die Geschäftsführerin des krisengeschüttelten staatlichen Gesundheitsdienstes NHS in England, Amanda Pritchard, eingeladen.
Laut Downing Street sagte Sunak zudem, er wolle bei dem Treffen herausfinden, welche Maßnahmen „kurz- und mittelfristig den größten Unterschied für das Land und die Familien aller Menschen ausmachen würden“.
Der kostenfreie NHS leidet seit mehr als zehn Jahren unter harten Sparmaßnahmen. Zudem geriet die Notfallversorgung zuletzt immer stärker unter Druck, unter anderem aufgrund der erhöhten Nachfrage wegen steigender Coronainfektionen und Grippeerkrankungen.
Die Generalsekretärin der Gewerkschaft für Pflegeberufe RCN, Pat Cullen, sagte der BBC nun, sie werde heute an den Gesprächen mit Gesundheitsminister Steve Barclay teilnehmen. Zugleich forderte sie Sunak auf, direkt mit den Pflegekräften zu verhandeln, um die für den 18. und 19. Januar geplanten weiteren Streiks zu verhindern.
„Er muss sich mit mir an den Verhandlungstisch setzen und Geld auf den Tisch legen, und es muss um das laufende Jahr gehen“, sagte Cullen der BBC. Seit Monaten wird Großbritannien von einer beispiellosen Streikwelle überzogen. Beschäftigte in zahlreichen Branchen legten wiederholt ihre Arbeit nieder, darunter in Krankenhäusern, bei der Bahn, der Post und beim Grenzschutz.
Angesichts der massiven Kaufkraftverluste streikten in den vergangenen Monaten zudem bereits Hafenarbeiter, Flughafenangestellte und Müllleute. Zuletzt hatte die Gewerkschaft für Pflegeberufe RNC mit massiven Streiks ihrer Mitglieder den Druck auf die Regierung erhöht. Sie fordert inflationsbedingte Lohnerhöhungen und verbesserte Arbeitsbedingungen. Derzeit liegt die Inflationsrate in Großbritannien bei elf Prozent.
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