Politik

Bundesregierung unterstützt Aufklärung und Forschung zur Suizidprävention

  • Mittwoch, 26. April 2017

Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) wird künftig Projekte zur Suizid­aufklärung und Forschung zur Suizidprävention mit insgesamt bis zu 3,5 Millionen Euro fördern. „Rund 10.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr durch Selbsttö­tung“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in Berlin. Es sei sogar davon auszugehen, dass zehn Mal so viele Menschen versuchten, sich das Leben zu nehmen.

„Wir wollen Menschen in seelischer Not mit neuen und verbesserten Hilfs- und Bera­tungsangeboten helfen. Deshalb fördern wir für die nächsten drei Jahre Forschungs- und Modellprojekte zur Verhinderung von Selbsttötungen“, so der Minister. Er betonte, Selbsttötungen zu verhindern sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Von beson­derer Bedeutung sei, auf Menschen in psychischen Krisen zuzugehen, Hilfe anzubieten und ihnen nicht mit Vorurteilen zu begegnen. Die Risikogruppen und deren Beweg­gründe seien unterschiedlich, sodass es vielfältiger und passgenauer Hilfsangebote bedürfe. Daher müssten Präventionsangebote auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen und möglichst auf die verschiedenen Zielgruppen zugeschnitten sein.

Die neue Förderung soll dazu beitragen, bestehende Hilfs- und Beratungskonzepte wissenschaftlich auszuwerten. Außerdem sollen neue Maßnahmen und Konzepte zur Vermeidung von Selbsttötungen und Selbsttötungsversuchen dabei helfen, ein Bewusst­sein im sozialen Umfeld von Risikogruppen zu schaffen und die Beteiligten in der Suizid­prävention besser zu vernetzen.

Laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe ist die Ursache für Suizide sehr häufig eine unzureichend behandelte Depression. Die anhaltende Stigmatisierung der Krankheit verhindere weiterhin bei vielen Patienten eine schnelle und angemessene Therapie.
Dies gilt nicht nur für medizinische Laien: Eine im US-amerikanischen Ärzteblatt erschie­nene Meta-Analyse (JAMA 2016; 316: 2214–2236) ergab, dass jeder vierte Medizin­studierende unter Depressionen litt, jeder zehnte hatte sich sogar mit dem Gedanken an einen Selbstmord beschäftigt. Nur die wenigsten von ihnen begaben sich laut der Ana­lyse in Behandlung.

hil

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