Vermischtes

Bündnis: Pflegereform muss auf Digitalisierung setzen

  • Montag, 9. Februar 2026
Eine Pflegekraft dokumentiert ihre Arbeit auf einem Tablet. /picture alliance, Bernd Thissen
Eine Pflegekraft dokumentiert ihre Arbeit auf einem Tablet. /picture alliance, Bernd Thissen

Berlin – Im Zuge der anstehenden Pflegereform müssten auch die nötigen Rahmenbedingungen für „einen Durchbruch bei der nutzenstiftenden Digitalisierung der Strukturen und Prozesse“ geschaffen werden, betonte heute das Bündnis Digitalisierung in der Pflege.

Zwar begrüßt das Bündnis, in welchem sich neun Verbände aus dem Sozial-, Pflege- und Gesundheitswesen zusammengetan haben, dass die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ in ihrem Ergebnispapier vom Dezember 2025 die Digitalisierung als Querschnittsthema verankert hat – allerdings würden die dort genannten Maßnahmen nicht ausreichen und blieben zu unverbindlich.

Digitalisierung dürfe in der Pflegereform kein bloßes Schlagwort sein, so die Warnung. Erfolgsentscheidend sei die Verbindlichkeit. Vor diesem Hintergrund fordert das Bündnis insbesondere eine ganzheitliche Digitalisierungsstrategie: Gefragt sei ein verbindlicher, nationaler Strategieplan Pflegedigitalisierung, damit Einrichtungen und Dienste die Digitalisierung vorantreiben und Organisationsprozesse anpassen können.

Ein solcher Plan müsse klare Standards setzen, Zuständigkeiten klären, Prozesse koordinieren und zeitnah messbare Fortschritte sicherstellen.

Zwingend notwendig sei in diesem Zusammenhang eine verlässliche Finanzierung. Investitionen, Betriebskosten, Cybersicherheit, IT-Ressourcen und personelle Aufwendungen müssten in den Vergütungen verlässlich abgebildet und refinanziert werden. Dafür seien frühestmöglich geeignete Regelungen und Modelle einzuführen – zum Beispiel eine verlässliche Digitalisierungspauschale sowie Personalschlüssel für Digitalisierungspersonal.

Im Kontext der aktuellen und noch anstehenden Digitalisierungsmaßnahmen in der Pflege – von der elektronischen Patientenakte (ePA) über Künstliche Intelligenz (KI) bis hin zu interoperablen Plattformen – werde zudem immer deutlicher, dass in den Einrichtungen tätiges Personal zur fachfremden Materie geschult werden muss.

Das Bündnis sieht diesen Schulungsbedarf als zunehmendes strukturelles Hemmnis für die Umsetzung politischer und technologischer Vorhaben. Deshalb sei es sinnvoll, Pflegeinformatik klar als eigenständige Kompetenzdimension zwischen Pflegepraxis, IT und Organisation zu positionieren und auch politisch entsprechend zu adressieren.

aha

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung