Bündnis: Pflegereform muss auf Digitalisierung setzen

Berlin – Im Zuge der anstehenden Pflegereform müssten auch die nötigen Rahmenbedingungen für „einen Durchbruch bei der nutzenstiftenden Digitalisierung der Strukturen und Prozesse“ geschaffen werden, betonte heute das Bündnis Digitalisierung in der Pflege.
Zwar begrüßt das Bündnis, in welchem sich neun Verbände aus dem Sozial-, Pflege- und Gesundheitswesen zusammengetan haben, dass die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ in ihrem Ergebnispapier vom Dezember 2025 die Digitalisierung als Querschnittsthema verankert hat – allerdings würden die dort genannten Maßnahmen nicht ausreichen und blieben zu unverbindlich.
Digitalisierung dürfe in der Pflegereform kein bloßes Schlagwort sein, so die Warnung. Erfolgsentscheidend sei die Verbindlichkeit. Vor diesem Hintergrund fordert das Bündnis insbesondere eine ganzheitliche Digitalisierungsstrategie: Gefragt sei ein verbindlicher, nationaler Strategieplan Pflegedigitalisierung, damit Einrichtungen und Dienste die Digitalisierung vorantreiben und Organisationsprozesse anpassen können.
Ein solcher Plan müsse klare Standards setzen, Zuständigkeiten klären, Prozesse koordinieren und zeitnah messbare Fortschritte sicherstellen.
Zwingend notwendig sei in diesem Zusammenhang eine verlässliche Finanzierung. Investitionen, Betriebskosten, Cybersicherheit, IT-Ressourcen und personelle Aufwendungen müssten in den Vergütungen verlässlich abgebildet und refinanziert werden. Dafür seien frühestmöglich geeignete Regelungen und Modelle einzuführen – zum Beispiel eine verlässliche Digitalisierungspauschale sowie Personalschlüssel für Digitalisierungspersonal.
Im Kontext der aktuellen und noch anstehenden Digitalisierungsmaßnahmen in der Pflege – von der elektronischen Patientenakte (ePA) über Künstliche Intelligenz (KI) bis hin zu interoperablen Plattformen – werde zudem immer deutlicher, dass in den Einrichtungen tätiges Personal zur fachfremden Materie geschult werden muss.
Das Bündnis sieht diesen Schulungsbedarf als zunehmendes strukturelles Hemmnis für die Umsetzung politischer und technologischer Vorhaben. Deshalb sei es sinnvoll, Pflegeinformatik klar als eigenständige Kompetenzdimension zwischen Pflegepraxis, IT und Organisation zu positionieren und auch politisch entsprechend zu adressieren.
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