Vermischtes

Große Umbrüche im Gesundheitswesen durch Digitalisierung erwartet

  • Dienstag, 30. Dezember 2025
/M. Dörr & M. Frommherz, stock.adobe.com
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Berlin – 63 Prozent der Menschen in Deutschland sehen den stärksten Einfluss der Digitalisierung im Bereich Medizin und Gesundheitsversorgung. Besonders die über 60-Jährigen sowie die 16- bis 29-Jährigen erwarten hier große Veränderungen.

Das zeigt eine Befragung des Unternehmens Deutsche Glasfaser im Rahmen eines „Digitalklimaindex“. Dieser untersucht, in welchen Lebensbereichen die Menschen in Deutschland künftig von Änderungen durch digitale Technologien ausgehen.

Die Mehrheit der Menschen bewertet die Digitalisierung im Gesundheitswesen positiv. Altersübergreifend stehen 29 Prozent digitalen Technologien in diesem Bereich kritisch gegenüber, bei den über 60-Jährigen steigt der Wert auf 33 Prozent.

Die Befragung zeigt auch regionale Unterschiede: In Tübingen, Köln und Hamburg liegt die Veränderungsangst mit 38 Prozent am höchsten, während Mecklenburg-Vorpommern und die Menschen in der Weser-Region um Bremen und Lüneburg mit 20 Prozent und 19 Prozent Ablehnung besonders aufgeschlossen sind. In diesen Regionen hegt also jeder Fünfte Vorbehalte gegen die Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Am kritischsten sehen die Menschen Anwendungen, die medizinische Diagnosen betreffen. Rund die Hälfte der Befragten lehnt Diagnosen durch Künstliche Intelligenz (KI) sowie über Videosprechstunden ab. Besonders skeptisch sind die über 60-Jährigen (57 Prozent), während die 30- bis 44-Jährigen mit 48 Prozent am offensten sind.

„Gerade bei der Diagnostik wünschen sich die Menschen Vertrautes – und setzen dafür weiterhin vor allem auf menschliche Expertise im persönlichen Austausch vor Ort“, sagte Ruben Queimano von der Deutschen Glasfaser.

Noch deutlicher wird die Skepsis beim Einsatz von Robotern in der Pflege. 62 Prozent der Deutschen stehen pflegerobotischen Anwendungen ablehnend gegenüber. In ländlichen Regionen ist der Zuspruch mit 39 Prozent am höchsten, während Kleinstädte mit 66 Prozent die deutlichste Ablehnung zeigen. Besonders groß ist die Ablehnung im schwäbischen Teil Bayerns (75 Prozent) sowie im brandenburgischen Norden (74 Prozent) und Süden (71 Prozent).

Für den Digitalklimaindex wurden im Juni 2025 3.013 Personen ab 16 Jahren in 32 deutschen Regionen in einer repräsentativen Telefonbefragung interviewt.  

hil

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