Caritas fordert umfassenden Schutz für Helfende in Deutschland

Berlin – Die Caritas warnt vor zunehmenden Gewalttaten gegen Menschen, die sich beruflich oder ehrenamtlich für andere einsetzen und fordert einen umfassenden Schutz für alle Helfenden.
Die von der Bundesregierung geplante Strafrechtsreform sei unzureichend, sagte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa heute. „Gewalt gegen Helfende ist nicht hinnehmbar, unabhängig davon, ob diese haupt- oder ehrenamtlich tätig sind.“
Die Caritas kritisiert: Der Gesetzentwurf verschärfe den strafrechtlichen Schutz nur für einzelne klar definierte Berufsgruppen. Damit werde die Realität sozialer Arbeit nicht ausreichend abgebildet.
Auch Sozialarbeiter, Mitarbeitende in der Wohnungslosenhilfe, Beratende, Pflegekräfte oder Ehrenamtliche, die Geflüchtete begleiten, seien regelmäßig Gewalt und Bedrohungen ausgesetzt, so die Caritas. Wer Verantwortung für andere übernehme, verdiene Schutz, unabhängig von Berufsbezeichnung, Ausbildungsabschluss oder Status, teilte der Verband mit.
Statt weiterer Strafverschärfungen fordert die Caritas vor allem Prävention und bessere Rahmenbedingungen. Welskop-Deffaa plädierte unter anderem für eine ausreichende Personalausstattung, verbindliche Schutzkonzepte sowie Deeskalationstrainings.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: