Caritas und Diakonie für Lotsendienste in allen Geburtskliniken

Düsseldorf/Köln – Lotsendienste in Geburtskliniken flächendeckend zu sichern und dauerhaft zu finanzieren, fordern die Caritas in Nordrhein-Westfalen und das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL).
Hintergrund ist, dass manche Familien neben medizinischer Betreuung Unterstützung bei organisatorischen, sozialen oder finanziellen Fragen benötigten. Dies übernehmen laut Caritas und Diakonie die „Frühen Hilfen“. Sie begleiten Schwangere sowie Familien mit Kindern bis drei Jahre mit dem Ziel, die Entwicklung von Kindern zu fördern und Familien präventiv zu entlasten.
„Lotsendienste in Geburtskliniken sind Ausdruck dieses ganzheitlichen Verständnisses von Versorgung. Sie unterstützen Familien frühzeitig und vermitteln passgenaue Hilfen, bevor Belastungen die Entwicklung von Kind und Familie beeinträchtigen. Eine nachhaltige Finanzierung ist daher eine Investition in die Gesundheit von Kindern, die Unterstützung von Familien und den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, heißt es in einem Positionspapier der beiden Verbände.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lotsendienste beraten Eltern zu Fragen rund um Anträge, Behördenkontakte oder finanzielle Leistungen. Sie informierten über weiterführende Unterstützungsangebote, etwa durch Familienhebammen oder Erziehungsberatungsstellen, und stellten bei Bedarf den Kontakt zu diesen Angeboten her. Darüber hinaus unterstützen sie Eltern, die nach einer belastenden Geburt oder im Umgang mit ihrem Neugeborenen besonderen Beratungsbedarf haben.
Davon profitieren laut Caritas und Diakonie auch die Geburtskliniken: Die Lotsendienste könnten beispielsweise psychosoziale Anliegen klären und entlasteten damit die Behandlungsteams, die sich auf die medizinische Versorgung von Mutter und Kind konzentrieren könnten.
Laut den beiden Verbänden sind Lotsendienste aber nicht flächendeckend in Geburtskliniken etabliert: Nur rund die Hälfte hätten entsprechende Angebote. Zudem seien viele Lotsendienste nicht verlässlich abgesichert, sondern würden aus befristeten Förderprogrammen und teilweise auch mit Eigenmitteln der Träger finanziert.
„Lotsendienste in Geburtskliniken müssen in NRW flächendeckend angeboten und verlässlich finanziert werden, damit Familien – unabhängig vom Wohnort und unabhängig davon, in welcher Klinik ihr Kind geboren wurde – frühzeitig und niederschwellig Unterstützung bekommen können“, forderte Christian Heine-Göttelmann, Vorstand der Diakonie RWL.
Die Lotsendienste seien ein wichtiger Bestandteil der Prävention und trügen dazu bei, das Gesundheitswesen und soziale Hilfesysteme sinnvoll zu vernetzen, betonte er. „Fast jedes Kind in Deutschland kommt in einer Geburtsklinik zur Welt – das ist der ideale Moment, um Familien frühzeitig zu erreichen, bevor aus Belastungen Krisen werden“, ergänzte Esther van Bebber, Sprecherin der Caritas in NRW für die Krankenhäuser.
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