Ausland

Chinesische Universität untersucht Tod von Sechsjähriger durch missglückte Gentherapie

  • Montag, 27. Juli 2026
/ktsdesign, stock.adobe.com
/ktsdesign, stock.adobe.com
Dieses Dialog-Fenster öffnen

Peking – Eine Universität in China untersucht Berichte, wonach eine missglückte Gentherapie im vergangenen Jahr zum Tod eines damals sechsjährigen Mädchens führte.

Der Todesfall habe in der veröffentlichten Forschungsarbeit bisher keine Erwähnung gefunden, teilte die Jiaotong-Universität in Shanghai gestern mit. Die medizinische Fakultät der Hochschule messe deshalb „diesem Fall große Bedeutung bei“ und habe „eine spezielle Arbeitsgruppe“ zur Prüfung des Vorfalls eingerichtet.

Der Tod der unter dem Namen „Mei“ bekannt gewordenen Sechsjährigen erfolgte etwa eine Woche nach einer Infusion in den Bereich der Wirbelsäule, durch die eine Therapie im Gehirn erfolgen sollte, wie es in dem gemeinsamen Bericht des Magazins Science und des Webblogs Retraction Watch hieß.

Das Mädchen hatte unter einer seltenen genetischen Krankheit gelitten, die ihre kognitive Entwicklung verzögerte. Ihr Eltern zahlen umgerechnet rund 700.000 Euro für die noch nicht erprobte Behandlung.

Der leitende Forscher in dem Projekt, der Neurowissenschaftler Zilong Qiu, veröffentlichte anschließend in der renommierten Fachzeitschrift Nature einen Artikel über Tierversuche in dem Zusammenhang. Mei wurde darin mit keinem Wort erwähnt.

Die medizinische Fakultät der Jiaotong-Universität erklärte zu ihrer Entscheidung, eine Untersuchung einzuleiten, sie habe „der Integrität der wissenschaftlichen Forschung sowie den Forschungsstandards stets große Bedeutung beigemessen“ und lehne medizinische und wissenschaftliche Forschung unter „Verstoß gegen ethische Grundsätze entschieden ab“.

Je nach Ergebnis der Untersuchung würden „strenge Maßnahmen“ ergriffen, hieß es weiter. Laut dem Bericht von Science und Retraction Watch waren die Eltern des Mädchens nicht ausreichend über die Risiken der Behandlung informiert worden.

afp

Diskutieren Sie mit:

Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen

Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.

Jetzt bei Google bevorzugen

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung