Ärzteschaft

Chirurgie-Fachgesellschaft für Angabe der Sterblichkeitsrate in Folge von Komplikationen

  • Montag, 14. September 2026
/santypan, stock.adobe.com
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Berlin – Kliniken sollten in ihren Qualitätsberichten angeben müssen, wie viele Patientinnen und Patienten nach schweren Tumoreingriffen an Komplikationen der OP versterben – also die sogenannte Failure-to-Rescue-Rate (FTR). Das fordert die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH).

„Das ist eine faire und präzise Kennziffer für die Qualität eines Krankenhauses, an der sich Patientinnen und Patienten orientieren können“, sagte die DGCH-Expertin Christiane Bruns anlässlich des Tags der Patientensicherheit am 17. September.

In der komplexen Chirurgie – etwa bei Eingriffen an Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre, Leber oder Aorta – lassen sich Komplikationen wie undichte Nähte, Nachblutungen oder Sepsis laut der Fachgesellschaft selbst bei höchster chirurgisch-technischer Präzision nicht vollständig vermeiden.

„Der entscheidende Unterschied liegt darin, ob Patientinnen und Patienten an diesen Komplikationen versterben oder ob sie gerettet werden“, so Bruns. Genau darüber gebe die FTR Auskunft. Liegt sie niedrig, beweise eine Klinik die Fähigkeit, Komplikationen rechtzeitig zu erkennen und zu beherrschen. Gelinge die Rettung nicht, beruhe das Scheitern meist auf einem kritischen Zusammenspiel aus verzögertem Erkennen von Komplikationen, personellen Engpässen und fehlender Infrastruktur für Notfallinterventionen.

„Damit ist die FTR-Rate ein sensibler Gradmesser für Ausstattung und Organisationsgrad einer Klinik, eine Chiffre für die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems“, so die Direktorin der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Transplantationschirurgie an der Uniklinik Köln.

Die verpflichtende Ausweisung der FTR-Rate würde laut der DGCH auch die Konzentration komplexer chirurgischer Eingriffe in Hochleistungszentren fördern, wie von der Krankenhausstrukturreform vorgesehen.

„Untersuchungen zeigen, dass spezialisierte Krebszentren signifikant niedrigere FTR-Raten haben“, erläutert der DGCH-Präsident Jens Werner. 

hil

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