Coronapandemie: Leitlinie für Lebertransplantierte

Berlin – Eine neue S1-Leitlinie fasst zusammen, was Ärzte bei der Versorgung von Lebertransplantierten während der Coronapandemie beachten sollten. Herausgeber sind die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie (DGVS), Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) und der Deutschen Transplantationsgesellschaft. Zudem wird sie von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) unterstützt.
„Die aktuelle Leitlinie gibt Handlungsempfehlungen, wie diese vulnerable Patientengruppe vor dem Hintergrund einer teils erschwerten oder eingeschränkten medizinischen Versorgung dennoch bestmöglich versorgt werden kann“, erläuterte der Koordinator der Leitlinie, Thomas Berg vom Universitätsklinikum Leipzig.
Die Leitlinie umfasst Informationen und Empfehlungen zu Lebertransplantationsprogrammen und der Lebertransplantation, zur Versorgung vor und nach der Transplantation sowie zu geeigneten Medikamenten für die COVID-19 Therapie bei Lebererkrankten.
„In sämtlichen Kapiteln haben wir uns dabei zentral mit der Frage befasst, ob und wenn ja, welche Maßnahmen vor dem Hintergrund der aktuellen Situation verschiebbar sind und welche Priorität haben müssen“, so Berg.
Die Leitlinie enthält zudem eine Impfempfehlung für Patienten, die sich auf der Warteliste für eine Lebertransplantation befinden, und für Patienten mit Leberzirrhose.
„Wir sind zum Ergebnis gekommen, dass angesichts der oftmals schweren Verläufe in dieser Patientengruppe die mit der Impfung verbundenen Vorteile die potentiellen Risiken bei weitem überwiegen“, fasst Frank Tacke von der Charité Universitätsmedizin Berlin die Leitlinienempfehlungen zusammen. Er war ebenfalls federführend an der Leitlinienarbeit beteiligt.
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