Coronazahlen in Israel auf Rekordhöhe – Coronakabinett tagt

Tel Aviv – Israel bekommt die Coronapandemie nicht unter Kontrolle: Die Anzahl der SARS-CoV-2-Neuinfektionen ist erneut sprunghaft gestiegen. Das israelische Coronakabinett will heute angesichts der immer weiter in die Höhe schnellenden Zahlen über das weitere Vorgehen entscheiden.
Im Raum stehen härtere Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus bis hin zu einem Lockdown über die jüdischen Feiertage. Diese beginnen in gut einer Woche.
Das Gesundheitsministerium teilte heute mit, am Vortag seien 3.904 neue Fälle registriert worden. Den dritten Tag in Folge wurde damit der jeweils höchste Ein-Tages-Wert seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Am Dienstag hatte es 3.554 neue Fälle gegeben.
Allerdings ist auch die Zahl der Coronatests deutlich höher als zuvor, gestern waren es 44.717. Durchschnittlich ist jeder elfte Test in Israel positiv. Im Vergleich zu Deutschland hat Israel gegenwärtig doppelt so viele Coronaneuinfektionen – wobei Deutschland neunmal so viele Einwohner hat.
In 40 besonders betroffenen Ortschaften gelten seit vorgestern Abend bereits nächtliche Ausgangssperren. Nach Medienberichten gibt es jedoch viele Verstöße gegen die Vorschriften. Betroffen von den hohen Coronainfektionszahlen sind vor allem arabische und strengreligiöse jüdische Wohnorte. Die meisten Coronakranken gibt es in Jerusalem.
Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe.
Der Erreger SARS-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei 142.582 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 1.054 Menschen sind nach einer Coronainfektion gestorben. 927 Coronapatienten werden gegenwärtig im Krankenhaus behandelt, etwa die Hälfte von ihnen sind Schwerkranke.
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