Hochschulen

Cottbus: Rund 8.000 Abiturienten wollten in der Lausitz Medizin studieren

  • Donnerstag, 10. September 2026
/picture alliance, Patrick Pleul
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Potsdam/Cottbus – Mindestens 8.000 Abiturienten haben sich bislang um einen Studienplatz an der neuen „Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem“ in Cottbus beworben.

Rund einen Monat vor dem Start der neuen Hochschule sind 32 der 36 Studienplätze bereits vergeben. Das sagte die Vorständin für Studium und Lehre der neuen Universität, Adelheid Kuhlmey, in einer Sitzung des Wissenschaftsausschusses des Brandenburger Landtags. Darunter seien mindestens zehn Brandenburger.

Für die Vergabe der Studienplätze habe man kein Losverfahren anwenden müssen. Ausgewählt worden seien die Bewerber entweder über die Bestenquote oder über eigene universitäre Bedingungen, etwa die Berufserfahrung in einem Gesundheitsberuf.

Wirtschaftlich bemüht sich die Universität, bis zum Jahr 2030 ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Derzeit erwirtschaftet das Universitätsklinikum nach Angaben seines Finanzchefs Alexander Hewer ein Defizit von rund sechs Millionen Euro pro Jahr.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass wir eine Krankenhausfinanzierung brauchen, die es den Trägern ermöglicht, ausgeglichene Ergebnisse zu erwirtschaften“, sagte er. Von den erbrachten Leistungen her gesehen, sei das Klinikum 2025 wieder auf dem Niveau vor der Coronapandemie gewesen. Derzeit habe man eine Auslastung von rund 85 Prozent.

Dies sei mehr als etwa an der Medizinischen Hochschule Hannover, sagte der Vorstand für Krankenversorgung, Eckhard Nagel. Insgesamt sei die MUL-CT ein wachsendes Unternehmen. 2025 habe man in Cottbus 2.447 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Von ihnen seien etwa 245 im Bereich Forschung und Lehre beschäftigt. In der Versorgung engagiert sich die MUL-CT auch in der Region. „Wir haben schon über 80 Kassenarztsitze, die wir in der Region betreiben“, so Nagel.

Die Vorständin für Wissenschaft, Adelheid Kuhlmey, betonte, dass das meiste Personal für die Ausstattung der Professuren bis 2038 aus Bundesmitteln finanziert werde. Ab 2039 muss sich das Land dann nach Angaben von Hewer auf rund 100 Millionen Euro Zuschussbedarf für Forschung und Lehre einstellen.

„Natürlich ist eine Universitätsmedizin immer ein teures Unterfangen“, sagte Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD). „Aber keine Universitätsmedizin zu haben, wäre noch wesentlich teurer.“ Wenn es im medizinischen Bereich nicht mehr Forschung gäbe und nicht mehr ausgebildet würde, hätten alle Beteiligten „ein größeres Problem, als wir im Landeshaushalt perspektivisch darstellen können.“

Nagel und Kuhlmey verwiesen darauf, dass jeder neue Professor auch zu einer Steigerung von Drittmitteleinnahmen führt. „Mit etwa 80 Studien zur Erprobung von Medikamenten pro Jahr gehören wir zu einer der großen Forschungseinrichtungen in diesem Bereich“, sagte Nagel. Nach Angaben von Kuhlmey hat die Universität in diesem Jahr bereits acht Millionen Euro eingeworben. Gleichzeitig beginne man auch mit dem Einwerben von EU-Drittmitteln.

„Wir hoffen, dass das besondere Profil unserer Universität dazu führt, dass wir eine hohe Akquise von Drittmitteln haben werden“, sagte sie. Eine „gläserne Decke“ sei im Moment noch die zur Verfügung stehende Laborkapazität für die neu nach Cottbus kommenden Wissenschaftler. „Es ist schon eine Herausforderung, die Interims bereitzustellen, dass gute Arbeitsmöglichkeiten für die Neuen vorliegen.“

benl

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