Czaja verlangt Aufklärung im Pharmaskandal auf Bundesebene

Berlin – Im Skandal um ein Brandenburger Unternehmen, das mit gestohlenen Krebsmedikamenten gehandelt haben soll, fordert Berlins FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja eine Aufklärung auf Bundesebene.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (SPD) müsse einen Runden Tisch mit allen Gesundheitsministern der Länder einberufen und die Sorgen der betroffenen Patienten ausräumen, erklärte Czaja heute. „Die Aufklärung dieses Pharmaskandals muss von oberster Stelle geleitet werden – alles andere ist unterlassene Hilfeleistung.“
Gestern war bekannt geworden, dass mindestens 220 Patienten allein im Raum Berlin-Brandenburg die in Frage stehenden Medikamente erhielten – über drei Berliner Apotheken. Unterdessen wurde bekannt, dass neben Berlin und Brandenburg mindestens noch fünf weitere Bundesländer betroffen sind.
Dabei soll es sich um Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Bayern handeln. Aus anderen Bundesländern lagen zunächst keine Rückmeldungen vor.
Aus Schleswig-Holstein hieß es, mindestens zwei Patienten seien betroffen, bei diesen gebe es aber keine auffälligen Befunde. In Bayern wurden laut Angaben mehr als 330 betroffene Arzneimittelpackungen an Apotheken ausgeliefert. Von einem „sehr geringen Umfang“ an Lieferungen mit den Medikamenten war in Rheinland-Pfalz die Rede.
In Mecklenburg-Vorpommern erhielt eine Apotheke über einen bayerischen Großhändler die betroffenen Medikamente. Und in Hessen erhielten drei Apotheken Lieferungen – es geht um insgesamt 15 Packungen.
Das gesamte Ausmaß ist aber noch unklar, ebenso wie die Frage, ob die Krebsmedikamente womöglich durch die unterbrochene Kühlkette unwirksam waren. Das Brandenburger Unternehmen Lunapharm soll die in Griechenland gestohlenen Medikamente jahrelang in mehrere Bundesländer ausgeliefert haben.
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