Vermischtes

Danone ruft bestimmte Babynahrung zurück

  • Montag, 2. Februar 2026
/Africa Studio, stock.adobe.com
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Frankfurt am Main – Der Lebensmittelhersteller Danone ruft in Deutschland mehrere Chargen seiner Babynahrung der Marke „Aptamil“ zurück. Wie das Unternehmen mitteilte, könnte darin der Giftstoff Cereulid enthalten sein.

In Abstimmung mit den zuständigen deutschen Behörden würden drei Chargen zurückgerufen. Betroffen sind den Angaben zufolge: Aptamil Pronutra Pre (1,2 Kilogramm-Packung) mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 19. November 2026, Aptamil Pronutra 1 DE (800 Gramm-Packung) mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 10. November 2026 und Aptamil Profutura Pre D (800 Gramm-Packung) mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 20. April 2027.

Eltern, die die genannten Chargen vorrätig haben, werden gebeten, die Produkte nicht weiter zu füttern, sondern zurückzugeben. Der Kaufpreis werde auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet, heißt es in der Mitteilung.

Cereulid ist ein Toxin, das nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung durch das Bakterium Bacillus cereus entstehen kann. Es könne Übelkeit und Erbrechen hervorrufen, in seltenen Fällen auch schwere lebensbedrohliche Vergiftungen.

Cereulid wurde in den vergangenen Wochen wiederholt in Säuglingsnahrung gefunden. Der Schweizer Konzern Nestlé sowie Danone und Lactalis aus Frankreich riefen in den vergangenen Wochen Babymilchprodukte in dutzenden Ländern zurück – teils weil sie Cereulid enthielten, teils als Vorsichtsmaßnahme.

Es besteht der Verdacht, dass eine in China hergestellte Substanz, die die für Säuglinge wichtige Arachidonsäure enthält, für die Verunreinigung verantwortlich sein könnte. Der Inhaltsstoff stammt offenbar von einem Unternehmen in Wuhan. Es ist weltweit einer der größten Produzenten von Arachidonsäure.

In Frankreich reichten inzwischen acht Familien und die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch Klage ein. Sie werfen den betroffenen Unternehmen und Behörden vor, zu spät reagiert zu haben, wie Foodwatch vergangene Woche mitteilte. Multinationale Konzerne hätten „Produkte in Umlauf gebracht, die die Gesundheit von Babys gefährden“.

Nestlé räumte am vergangenen Donnerstag ein, nach der Entdeckung von Cereulid in einigen Produkten Ende November erst am 10. Dezember die ersten Rückrufe gestartet zu haben. Damit habe sich Nestlé an die Vorschriften gehalten, erklärte das Unternehmen.

Auch in Deutschland haben sich laut Foodwatch bereits zahlreiche besorgte Eltern gemeldet, deren Kinder nach dem Verzehr von Flaschenmilch Verdauungsstörungen hatten. „Anstatt besorgte Eltern schnell und umfassend zu warnen, räumten Unternehmen und Behörden die verunreinigten Produkte oft still und heimlich aus den Regalen“, kritisierte Foodwatch.

Inzwischen hat die Europäische Kommission die EU-Lebensmittelbehörde Efsa aufgefordert, einen Grenzwert für Cereulid in Produkten für Kinder festzulegen. Die Efsa soll ihre Empfehlung am heutigen Montag veröffentlichten.

Das französische Landwirtschafts- und Ernährungsministerium hat am vergangenen Freitag angesichts immer neuer Fälle von verunreinigtem Babymilchpulver strengere Grenzwerte für Cereulid angekündigt. Bislang dürfen davon 0,03 Mikrogramm pro Körpergewicht aufgenommen werden, dies werde nun auf 0,014 Mikrogramm verringert, teilte das Ministerium mit.

dpa/afp

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