Datenbank fasst Zahlungen von Pharmafirmen an Ärzte zusammen
Hamburg – Mehr als 20.000 Ärzte, die im vergangenen Jahr Geld für Fortbildungen, Vortragshonorare und Reisespesen von der Pharmaindustrie erhielten, sind ab sofort in einer Datenbank im Internet zu finden. Darauf haben Spiegel Online und das Journalistenbüro Correctiv, die die Daten zusammengetragen haben, heute hingewiesen.
Es handelt sich demnach um jene Mediziner, die einer Veröffentlichung ihrer Namen gegenüber dem Verein Freiwillige Selbstkontrolle Arzneimittelindustrie zustimmten.
Insgesamt gaben Pharmafirmen einem von dem Verein bereits vor einiger Zeit vorlegten Bericht 2015 rund 119 Millionen Euro an etwa 71.000 Ärzte. Zwei Drittel stimmten demnach der Offenlegung ihrer Namen in dem Zusammenhang aber nicht zu.
Gegenüber Spiegel Online und Correctiv kritisierte der Arzt und Psychotherapeut Klaus Lieb die Quote als zu niedrig. „Transparenz sieht anders aus“, erklärte das Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ).
Zur Veröffentlichung der Zahlen hatte bereits BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery den Wunsch geäußert, dass prospektiv die Veröffentlichung der Zuwendungen unabhängig von der Zustimmung des Empfängers erfolgen können müsse. Alternativ sollten Pharmaunternehmen auf die Zusammenarbeit mit Ärzten verzichten, die nicht genannt werden wollten, so der BÄK-Präsident.
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