Demenzplan für Mecklenburg-Vorpommern vorgelegt

Schwerin – Für Mecklenburg-Vorpommern gibt es erstmals einen Demenzplan. Dieser sieht vor, zentrale Herausforderungen im Umgang mit der Erkrankung anzugehen und zu bündeln.
Aufgelistet werden zehn konkrete Handlungsfelder. Dabei geht es unter anderem um eine bessere Unterstützung, Versorgung und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.
Ein wichtiger Bestandteil des Plans ist die Prävention, da das Risiko für eine Demenz durch die Beeinflussung bestimmter Risikofaktoren gesenkt werden kann. Insbesondere in der mittleren Lebensphase komme der Gesundheitsförderung und Prävention eine wichtige Bedeutung zu, hieß es bei der Vorstellung des Demenzplans.
„Mehr als 40.000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern leben bereits mit einer demenziellen Erkrankung“, sagte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD). Deren Zahl werde aufgrund des demografischen Wandels in den kommenden Jahrzehnten weiter deutlich steigen.
Deshalb müsse man die Weichen für eine Gesellschaft stellen, in der Menschen mit Demenz dazugehörten und möglichst lange selbstbestimmt und würdevoll leben könnten.
Stefan Zutz, Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverband Mecklenburg-Vorpommern (HÄV MV), betonte, der Plan setze „ein wichtiges Zeichen für die wachsende Bedeutung des Themas Demenz“ in der alternden Gesellschaft.
„Als Hausärztinnen und Hausärzte versorgen wir den Großteil der Betroffenen – ob in der eigenen Häuslichkeit, in Wohngruppen oder Pflegeheimen. Die Herausforderungen werden mit dem demografischen Wandel weiter steigen“, sagte Zutz.
Die Hausärzte merken allerdings kritisch an, dass etablierte Versorgungsmodelle wie Verah Care – ein Programm, in dem speziell qualifizierte Praxismitarbeitende auch zusätzliche Leistungen für Demenzpatienten anbieten – und auch spezielle Pflegeheimverträge von Krankenkassen gekündigt worden seien.
„Hier hätte sich der Demenzplan konkreter mit Lösungen befassen müssen, wie diese wegbrechende ambulante Versorgung kompensiert werden soll“, so Zutz. „Ohne solche Strukturen drohen Lücken in der Betreuung, die am Ende die Betroffenen und ihre Angehörigen tragen müssen.“
Der Demenzplan wurde im Rahmen des Pakts für Pflege initiiert und unter Koordination des Sozialministeriums und der Landesfachstelle Demenz Mecklenburg-Vorpommern – angesiedelt bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern – erarbeitet.
Beteiligt waren Fachleute aus Gesundheit und Pflege, den kommunalen Landesverbänden, dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), dem wissenschaftlichen Expertenbeirat Demenz und dem Landesseniorenbeirat. Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen seien in den Prozess ebenfalls einbezogen worden, hieß es.
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