Dermatologen wehren sich gegen kritische Berichterstattung über Hautkrebsscreening
Berlin – Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) hat mit scharfer Kritik auf einen Beitrag des ARD-Magazins „Plusminus“ zum Thema Hautkrebsscreening reagiert. Die „einseitige und verzerrende“ Darstellung habe den Bemühungen um die möglichst frühzeitige Erkennung von Hautkrebs in Deutschland einen Bärendienst erwiesen, kommentierte BVDD-Präsident Klaus Strömer.
Die Kritik des Verbandes richtet sich unter anderem gegen die Aussage des Beitrages, dass die Methode unsicher sei und nur etwa bei drei von 340 Verdachtsdiagnosen aus 1.000 Untersuchten die Krebsdiagnose betätigt werde. „Von einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, der sich dem Qualitätsjournalismus verpflichtet fühlt, hätte ich erwartet, dass er die Fakten besser recherchiert", sagte Strömer.
„Jeder mag für sich selbst prüfen, wie er als Patient mit der Nachricht umgeht: Bei der untersuchten Hautveränderung handelt sich mit einer Wahrscheinlichkeit von fünf Prozent um ein Melanom – und ob er darauf antworten würde: Na, wenn das Risiko nur fünf Prozent beträgt, brauchen wir ja nichts weiter zu tun", verdeutlichte der BVDD-Präsident. Die Erfahrung in der Praxis sei eine andere. Patienten würden sich in diesem Fall nahezu ausnahmslos für eine Biopsie entscheiden.
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