Deutsche Medizintechnik vor allem im Ausland erfolgreich
Berlin – Die deutsche Medizintechnikindustrie wächst weiter. Das berichtet der Branchenverband Spectaris. Von Januar bis April dieses Jahres lag der Umsatz der rund 1.140 Hersteller nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 4,7 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Firmen waren vor allem im Ausland erfolgreich: Hier stieg der Umsatz um 6,5 Prozent. Auf dem deutschen Markt erzielten die Firmen ein Plus von 1,3 Prozent.
Grund für das geringere Wachstum in Deutschland seien vor allem Einsparbemühungen im Gesundheitswesen. „Das Gesundheitswesen wird vielfach immer noch als reiner Kostentreiber gesehen. Dabei handelt es sich um einen innovativen Wirtschaftszweig, der einer der wichtigsten Eckpfeiler der deutschen Wirtschaft ist“, sagte Jan Wolter, Leiter des Fachverbands Medizintechnik bei Spectaris.
Trotz des insgesamt guten Abschneidens im ersten Quartal ist die Branche nicht uneingeschränkt optimistisch. Aufgrund der Finanzkrise seien einige europäische Länder zurückhaltender bei den Innovationen. Mittelfristig sieht der Verband die Entwicklung in Deutschland und Europa sogar kritisch.
„Die in Europa diskutierten Verschärfungen für den Marktzugang bedrohen unsere mittelständischen Hochtechnologie-Unternehmen“, warnte Wolter. Denn teurere Marktzugänge seien für große Konzerne eine willkommene Marktabschottung. Die Bundesregierung müsse daher auf mittelstandsfreundliche Regelungen beim Marktzugang zu drängen.
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