Deutsche Schmerzgesellschaft fordert Nationales Aktionsprogramm
Berlin – Ein „Nationales Aktionsprogramm gegen den Schmerz“ hat die Deutsche Schmerzgesellschaft für die nächste Legislaturperiode gefordert. Aktueller Anlass ist die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD zur Versorgungslage chronisch schmerzkranker Menschen.
„Akute und chronische Schmerzen haben sowohl bezüglich des millionenfachen individuellen Leids, aber auch in Hinblick auf ihre volkswirtschaftlichen Lasten den Charakter einer Volkskrankheit erreicht, die Gesundheitspolitik muss hier endlich mehr als bisher handeln“, sagte der Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft, Thomas Tölle.
Notwendig sei „statt eines Flickenteppichs der Einzelmaßnahmen“ eine nationale Gesamtstrategie. „Überfällig ist beispielsweise ein entschiedener Aufbau der Versorgungsforschung, etwa durch ein Deutsches Schmerzregister bei chronischen Schmerzen“, so Tölle. Außerdem seien die Strukturen, Qualitäten und Möglichkeiten der Schmerzversorgung in Deutschland für Bürger zu wenig transparent.
Die Deutsche Schmerzgesellschaft fordert, das Thema „Schmerzen“ solle eigenständiger Beratungspunkt einer künftigen Gesundheitsministerkonferenz der Länder sein. Danach sollte eine Bund-Länderarbeitsgruppe das Thema umfassend bearbeiten.
Problematisch seien auch die verschiedenen Zuständigkeiten, wenn es darum gehe, besondere Zielgruppenprogramme für Kinder, Jugendliche oder ältere Menschen aufzulegen oder Erwerbstätige oder berufsunfähige Menschen gut zu versorgen.
Außerdem sei es wichtig, die beschlossene Einbindung der Schmerzmedizin als eigenes Prüfungsfach in die Lehre an Universitäten engagiert umzusetzen. Schmerzspezialisten in der Niederlassung brauchten zudem eine ausreichende und stabile Finanzierungsgrundlage ihrer Tätigkeit, so die Deutsche Schmerzgesellschaft.
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