Ärzteschaft

Deutschland bei der genomischen Medizin laut Fachgesellschaft gut aufgestellt

  • Mittwoch, 30. September 2026
/catalin, stock.adobe.com
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Bonn/Berlin – Mit dem Modellvorhaben Genomsequenzierung hat Deutschland in gut zwei Jahren eine Struktur aufgebaut, die im europäischen Vergleich Bestand hat. Dieses Fazit zieht die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik (GfH).

„Der Blick über die Grenzen zeigt: Was Deutschland mit dem Modellvorhaben geschaffen hat, muss sich nicht verstecken“, sagte Markus Nöthen, Präsident der GfH und Direktor des Instituts für Humangenetik am Universitätsklinikum Bonn, nach einem Symposium des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Ende September in Bonn.

In einer Sitzung zu internationalen Perspektiven stellten Vertreterinnen und Vertreter nationaler Genomprogramme aus Dänemark, Frankreich und den Niederlanden sowie der europäischen Initiative Genome of Europe dort ihre Erfahrungen vor. „Standardisierte Einwilligung, verbindliche Fallkonferenzen, eine nationale Datenplattform und eine gesetzlich verankerte Evaluation – das ist ein Rahmen, der auch im europäischen Vergleich trägt“, so Nöthen. 

Wichtig ist laut der GfH, dass genomische Medizin nur interdisziplinär funktioniere. „Das ist keine organisatorische Zutat, sondern die Voraussetzung dafür, dass aus Sequenzdaten eine Diagnose und eine Behandlungsentscheidung werden. Die Universitätskliniken in Deutschland haben diese Zusammenarbeit im Modellvorhaben in kurzer Zeit aufgebaut und tragen sie gemeinsam“, sagte der GfH-Präsident.

Das Modellvorhaben ist laut der Fachgesellschaft auf mehrere Jahre angelegt – schon jetzt ist aus Sicht der GfH aber erkennbar, dass die aufgebauten Strukturen über das Modellvorhaben hinaus Bestand haben sollten – von der interdisziplinären Fallkonferenz und Befundung bis zur Datenplattform.

„Das Modellvorhaben hat uns in kurzer Zeit gezeigt, dass Genomsequenzierung in der Breite der Universitätsmedizin funktioniert – organisatorisch, technisch und in der Zusammenarbeit der Fächer“, sagt Malte Spielmann, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Modellvorhabens und Direktor des Instituts für Medizinische Genetik und Humangenetik der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Einen Überblick über die molekulare Diagnostik und die zielgerichtete Krebsbehandlung in europäischen Ländern ist Ende September im Fachmagazin Lancet Regional Health Europe erschienen (2026, DOI: 10.1016/j.lanepe.2026.101841). 

Deutschland ist laut dem Beitrag eines der Länder, in denen die Einführung umfassender molekularer Diagnostik und individualisierter Therapie durch Programme vorangetrieben wird, zum Beispiel durch das von der GfH angesprochene Modellvorhaben Genomsequenzierung.  

hil

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